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Kein Boarding-House für unser Viertel

Lutz Brief an die Mitglieder des Bauausschusses

Sehr geehrter Herr …,

mit Schrecken habe ich die Bebauungsplanung für das Bunkergrundstück Eimsbütteler Straße 135 zur Kenntis genommen. Angesichts der Größe der meisten geplanten Wohnungen von 22-23 qm ist zu erwarten, dass die Kauf- bzw. Mietpreise dieser Wohnungen in keinem Verhältnis zu den bislang ortsüblichen Preisen stehen. Ein Ansteigen des Mietenspiegels wäre die Folge. Ebenso ist davon auzugehen, dass das vorliegende Konzept der Gewinnmaximierung des Investors dient, und nicht darauf ausgerichtet ist, welche Art Wohnung am dringlichsten benötigt werden.

Hiermit möchte ich betonen, dass ich nicht gegen den Abriss des Bunkers und eine Neubebauung mit Wohnungen bin. Ganz im Gegenteil.

Denn Wohnraum sollte nicht vornehmlich als Spekulationsobjekt dienen. Auch zukünftig muß es noch möglich sein, dass auch z.B. Verkäufer und Friseure (ohne irgendwelche Berufe diskriditieren zu wollen) es sich leisten können im Hamburger Stadtgebiet wohnen zu können. Denken Sie daher bitte an Ihre Verantwortung für uns Hamburger.

In den letzten Jahren hat sich hier im Viertel eine sehr gute Nachbarschaft entwickelt.
Da wären 72 neue Wohnungen mit Personen, die sich nicht/schlecht in die Gemeinschaft einfügen, weil sie nur zu kurz oder nur zum Übernachten hier wohnen nicht förderlich. Die vorliegende Planung läßt eher die Nutzung als eine Art Boarding-House befürchten.
Wir aber hätten gerne einen bunten Mix an „echten“ Nachbarn, mit Singles, Paaren, Familien aller Altersklassen, in entsprechenden Wohnungen, die auch bezahlbar sind.

Bei 72 neuen Wohnungen ist außerdem damit zu rechnen, dass die aktuell bereits angespannte Parkplatzsituation weiterhin eskaliert. Auch die Verkehrssituation wird dann zusätzlich durch PKWs, die längere Zeit auf Parkplatzsuche sein können, belastet.

Bei der geplanten Bauweise mit mehrfach gestaffelten Baukörper ist außerdem im „Hinterhof“ der direkt betroffenen Nachbarn in der Eimsbütteler Straße und in der Glücksburger Straße eine deutlich erhöhte Lärmimmission zu erwarten.

Die Erhöhung der derzeitigen Bauhöhe mit einem Staffelgeschoß wird zu Verschattungen insbesondere der Wohnungen in der Glücksburger Strasse führen.

Daher stimmen Sie im Bauausschuss (am 14., November 2017) bitte gegen eine „Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper.“

Viele Grüße

Wohnraum ist kein Spekulationsgut

Brief von Frauke an die Mitglieder des Bauauschusses und die Fraktionen

Sehr geehrter Herr …,

als Anwohnerin der Glücksburger Straße in Altona Nord wende ich mich heute auf diesem Weg an Sie, den gewählten Interessenvertreter der Hamburger Bürger, um Gehör für mein Anliegen zu erreichen.
Seit Mai dieses Jahres verfolge ich die Planung des Bauvorhabens auf dem Bunker-Grundstück Eimsbütteler Straße 135.
Auch die Änderung des Bauplans von 85 auf 72 Microwohnungen (ich konnte die Pläne im Bauamt einsehen) kann nicht verdecken, dass es sich hier offensichtlich um ein Bauprojekt handelt bei dem es vorwiegend darum geht die Gewinnerwartungen eines Investors zu bedienen.

Die Größe der 1-Zimmer-Appartements beträgt bei den meisten Einheiten 22-25 qm. Diese Wohnungsgrößen lassen befürchten, dass hier eine Art „Boarding-House“ entsteht, das Firmen für ihre Mitarbeiter/innen nutzen, die über eine begrenzte Zeit in Hamburg arbeiten, oder als Wochenendheimfahrer pendeln. Die Vermietung der Wohnungen an Studenten (wie anfänglich vom Investor angegeben) wird bei den zu erwartenden Quadratmeterpreisen kaum realistisch sein.

Die Mietpreise dieses Hauses werden in keinem Verhältnis zu den ortsüblichen Preisen stehen, ganz im Gegenteil, sie werden den Mietenspiegel deutlich weiter in die Höhe treiben.
Das kann angesichts der Wohnungsmarktsituation in Hamburg auch politisch nicht gewollt sein. Wir brauchen bezahlbare Wohnungen für Familien, Singles, Paare, für Jung und Alt.
Schon seit langem werden wohnungssuchende Familien und Paare in die, einigermaßen bezahlbaren, Randbezirke gedrängt und somit zwangsläufig zu Pendlern.

Wohnraum wird immer mehr zu Spekulationsgut – das wollen wir in unserem Viertel verhindern.

In Zeiten der zunehmenden Anonymisierung brauchen wir Räume für mehr nachbarschaftliches Miteinander und keinen weiteren anonymen Wohnkomplex.
In unserem kleinen Revier wächst seit einigen Jahren eine echte Nachbarschaft zusammen.
Flohmarkt, Open-Air-Kino, Kultur mit Lesungen und Konzerten auf dem ‚Platz ohne Namen‘ schaffen eine ganz besondere Wohnqualität in der Jung und Alt aufeinander zählen können, füreinander da sind. Das zeigt sich übrigens auch deutlich jetzt beim wachsenden Protest gegen dieses Bunker-Bauvorhaben.
Die geplante überdimensionierte Wohnanlage wird sich in erster Linie an solvente Mieter richten die lediglich einen kurzen, überschaubaren Zeitraum, in unserem Viertel wohnen werden. Wir brauchen Nachbarn die auf lange Sicht hier wohnen wollen und sich die Mieten hier auch weiterhin leisten können.

Neben diesen sozialen Komponenten spielt jedoch auch die Belastung durch zunehmenden Verkehr und Lärm eine nicht geringe Rolle
Die direkt betroffenen Nachbarn der Eimsbütteler Straße 127, 129 und 137 und der Glücksburger Straße 3 und 5 werden durch die Überbauung auf faktisch 7 Geschosse (6 Geschosse + Staffelgeschoss) und des im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörpers einer sehr viel größeren Lärmbelastung im Innenhof ausgesetzt.
Schon jetzt herrschen hier sehr spezielle Schallverhältnisse (nichts im Hof bleibt ‚ungehört‘) die jedoch noch erträglich ist.
Mit einer Bebauung bei der über 40 Balkonen in den Hinterhof weisen wird der Lärmpegel allerdings zu einer dauerhaften hohen Belastung.
Durch den gestaffelten Baukörper im Hof (Überbauung des Bebauungsplanes um fast 100 %) und die faktisch 7 Geschosse kommt es für die direkten Nachbarn in der Glücksburger Straße zudem zu einer deutlichen Verschattung der bestehenden Wohnungen.

Auch wenn ich selber Radfahrer bin befürchte ich eine sehr viel größere Belastung durch noch mehr Autos und Parkplatzsuchende. Die Theorie, dass Singles (Studenten) keine Autos haben halte ich für mehr als gewagt. Schon jetzt ist die Verkehrssituation äußerst angespannt, die Straßen bis in die letzten illegalen Plätze zugeparkt.

Abschließend möchte ich noch einmal ganz klar machen: ich bin nicht gegen Wohnungsbau auf dem Bunker-Grundstück, ich erwarte lediglich das die Stadt Baugrundstücke an Investoren vergibt die Wohnungen nicht nach Gewinnorientierung planen sondern sozial nachhaltig handeln.

Deshalb bitte ich Sie: denken Sie bitte an Ihre soziale Verantwortung den Hamburger Bürgern gegenüber, stimmen Sie 14. November 2017 im Bauausschuss gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper.

Geben Sie dem wirklich nachhaltigen Wohnungsbau und den Hamburger Bürgern eine Chance.

Mit freundlichen Grüßen

Die einzigartige Nachbarschaft bewahren!

Auch Fabian hat uns seine Email an den Bauausschuss zur Veröffentlichung überlassen:

Liebe Mitglieder des Bauausschusses, Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie wegen des geplanten Abrisses und Neubaus des Hochbunkers in der Eimsbüttler Strasse 135.

Wie ich erfahren habe soll der Bunker zugunsten eines Investoren-Projektes mit mehreren dutzend „Mikro-Wohnungen“ abgerissen werden, außerdem liegt dem Bauausschuss eine Ausnahmegenehmigung vor den Neubau auf bis zu 6 Stockwerke plus Staffelgeschoss auszubauen. Als Anwohner der Glücksburger Straße mit gemeinsamen Hinterhof zum Bunker appelliere ich an ihre städtebauliche und soziale Verantwortung und bitte Sie diese Ausnahmegenehmigung abzulehnen und möchte Ihnen im Folgenden erläutern wieso. Außerdem möchte ich betonen, dass ich nicht generell gegen eine Neubebauung des Bunkers bin, sondern gegen den aktuellen Plan der Neubebauung.

Unser Stadtteil in Altona-Nord rund um den „Glücksburger Platz“ lebt von einer einzigartigen nachbarschaftlichen Initiative. Hier lebt man miteinander und nicht in großstädtischer Anonymität nebeneinander: Wir veranstalten gemeinsame Open-Air-Abendessen, bieten nachbarschaftliche Fahrradreparaturen auf dem Platz an, betreuen gegenseitig die Kinder auf dem Hinterhof-Spielplatz, unterstützen uns wo wir können und freuen uns über den regelmäßigen Klönschnack bei unserem kleinen Bio-Gemüsehändler. Diese Nachbarschaft ist also etwas ganz besonderes und lebt von Menschen die sich für Ihren Stadtteil verantwortlich fühlen und engagieren.

Die geplanten „Mikro-Wohneinheiten“ passen nicht in diese Nachbarschaft, weil keinesfalls – wie propagiert – Singles, Studenten oder Rentner die Zielgruppe für dieses „Luxus-Bauvorhaben“ sind, sondern besserverdienende Wochenpendler, „AirBnB“-Mieter oder Angestellte die für kurze Projektphasen ein möbliertes Zimmer in Hamburg benötigen. Diese Menschen engagieren sich aber nicht in einem Stadtteil der nur temporär ihr zuhause und niemals ihre Heimat ist. Des weiteren wirken sich die über 40 zusätzlichen Balkone sowie der geplante pyramidenförmige Einbau negativ auf das Platzangebot, die Atmosphäre und vor allem die Lautstärke in unserem Innenhof aus. Die ohnehin angespannte Parkplatzsituation wird sich durch solch ein „Boardinghouse“ massiv verschlechtern.

Statt eines solchen Projektes wünschen wir uns, dass der Abriss des Bunkers genutzt wird um das Wohnungsangebot in unserem Stadtteil zu verbessern. Und zwar durch bezahlbare Wohnungen in mannigfaltigen Größen um Studenten, alten Menschen aber auch Paaren und Familien mit Kindern aus allen Einkommensklassen eine Wohnoption zu bieten. Der Drittelmix aus Eigentumswohnungen, Mietwohnung und Sozialwohnung sollte hier berücksichtigt werden. Der Neubau sollte sich optisch in die bestehenden 4-geschossigen Häuser einreihen und den Hinterhof nicht weiter verkleinern.

Deswegen erwähne ich es erneut: Werden Sie ihrer städtebaulichen und sozialen Verantwortung gerecht und stimmen Sie auf der kommenden Ausschusssitzung gegen die vorliegende Ausnahmegenehmigung und sorgen Sie dafür dass bezahlbarer Wohnraum für Menschen geschaffen wird die sich für den Stadtteil engagieren und vom bestehenden Engagement des Stadtteils profitieren. Bringen Sie Wohngenossenschaften mit ins Spiel die sozialverträglichen Wohnraum schaffen anstatt einem Investor sein Projekt zur Renditemaximierung zu realisieren.

Mit nachbarschaftlichen Grüßen

Es wird ja sicherlich gute Gründe geben, warum das Bauamt Bauvorschriften erlässt!

Brief von Petra & Mario an Bauausschuss und Fraktionen:

Sehr geehrte XY,

Bei einem Info-Abend dieser Woche, zu dem Hochbunker-E135, organisiert von interessierten Bürgern dieses Viertels, habe wir erfahren, dass der Abriss des Bunkers sowie die Entstehung von 73 Micro-Wohnungen, die meisten davon sollen unter 25 qm große Ein-Zimmer –Appartements sein, geplant ist.

Am Dienstag, den 14.11.17, soll unserer Information nach, der Bauausschuss Altona über eine Ausnahmegenehmigung abstimmen, die, anders als im Bauplan vorgesehen, dem Investor ermöglicht, sechs statt vier Geschosse plus Staffelgeschoss zu errichten und nach hinten gestaffelt, statt geschlossen zu bauen. Damit soll dem Investor mehr Grundfläche für seine geplanten Micro-Wohnen geschaffen werden.

Wir befürworten sehr den Abriss des Bunkers und auch das Entstehen neuen Wohnraumes aber nicht zu lasten der Umgebung. 6 Geschosse + Staffelbau, 40 Balkone, die, zu dem eh schon sehr engen Hinterhof, entstehen sollen, bedeuten eine erheblich Steigerung der Geräuschkulisse für Anwohner/innen der Eimsbütteler Strasse, wie auch der Glücksburger Strasse. Parkplätze sind jetzt schon kaum zu finden.

Es wird ja sicherlich gute Gründe geben, warum das Bauamt Bauvorschriften erlässt. Diese aufzuweichen, nur damit 73 renditeträchtige Micro-Appartements entstehen, sehe wir nicht ganz.

Was wir brauchen, sind bezahlbare Wohnungen für Jung und Alt, Familien, Paare und Singles, daher appelliere wir an Ihre soziale Verantwortung, sich gut zu überlegen, wie Ihre Abstimmung zu diesem Thema ausgehen soll.

Über eine Mitteilung ihrerseits, wie sich das Bauvorhaben weiterentwickeln wird, wären wir sehr erfreut.

Mit freundlichen Grüßen aus der Glücksburger Strasse!

Petra + Mario“

Keiner will in Microwohnungen wohnen!

Diesen Brief habe ich heute an den Bauausschuss & die Fraktionen des Bezirks Altona gesendet:

Moin Herr/Frau XY,

wie derzeit der Presse ([1]/[2]), einem lokalen Flyer und den Gesprächen Nachbarschaft zu entnehmen ist, soll der Bunker in der Eimsbütteler Straße abgerissen und durch eine Wohnbebauung ersetzt werden. „Hurra!“ möchte ich erstmal rufen, „weg mit dem ollen Klotz, diesem Kalte-Krieg-Überbleibsel“ und „Willkommen, liebe neue Nachbarn!“ – leider bleibt mir das im Hals stecken, wenn ich mir das Vorhaben genauer angucke.

Ich möchte nur auf zwei mir besonders wichtige Punkte eingehen:

1. Geplante Microwohnungen

Das macht mich echt sauer. Keiner, aber wirklich keiner will – vor die freie Wahl gestellt – in einer Microwohnung wohnen. Studenten nicht, Rentner nicht, Wochenendpendler nicht – das sind winzige, oft möblierte Löcher, für die abenteuerliche Quadratmeterpreise erzielt aufgerufen. Da ziehen doch nur Leute ein, die da einziehen müssen, wenn bzw. weil es nichts anderes gibt!

- Es gibt hier durchaus Rentner in der Nachbarschaft, die aus ihren zu großen Wohnungen gerne in kleinere Wohnungen ziehen würden. Aber die wären doch mit dem Klammerbeutel gepudert, würde sie sich (womöglich für eine gleich hohe Miete) in ein Wohnklo pferchen lassen!
- Alle Singles in meinem Bekanntenkreis stellen als Minimalforderung an eine Wohnung die Trennung von Schlaf- und Wohnraum
- Für Studenten, die Platz durchaus zu schätzen, wissen, ist es langfristiger und viel besser, die Studentenwerke bauen dauerhaft erschwinglichen Wohnraum. (Der Bunker und die damit verbundenen Besonderheiten machen das konkrete Projekt dafür eventuell ungeeignet.)
- Wochenendpendler – ernsthaft? Soll eine Lösung für die sich selbst im Weg (bzw. Stau) stehenden Kraftfahrzeuge und den unzureichenen ÖPNV sein, dass das Pendeln nicht mehr täglich sondern nur zum Wochenende stattfindet? (Und wo parken die eigentlich in der Eimsbütteler Straße?).
- Kleine Nebenbemerkung: Solche Microwohnungen eigenen sich trotz gegenteiliger Behauptungen in der Werbung nicht mal als attraktive Kapitalanlage (für die Rente oder so). Die Finanztest[3] und Welt[4] warnen davor, weil die Rendite für Anleger nur sehr bescheiden ist Es verdient nur der ursprüngliche Investor, alle anderen – und da schließe ich die zuständige Politik ein – verlieren.

2. Genehmigung einer teilweisen Überbauung des Hinterhofes

Verhindern sie auf jeden Fall eine Überbauung des Hinterhofes! Sie sind herzlich bei mir auf einen Kaffee eingeladen, damit wir nebenan eine Begehung machen können, damit sich selbst eine räumliche Vorstellung machen können. Die schönen 3D-Darstellungen im Bauantrag bilden keineswegs die Realität ab, das ist geschickte Propaganda. Der Hof ist schon jetzt dunkel, eng und feucht, durch eine weitere Verkleinerung nehmen sie den rundum liegenden Häusern und natürlich dem Neubau selbst das Restlicht. Zwar ist der Hof in weiten Teilen betoniert und das derzeitige „Biotop“ reiner Wildwuchs, aber man sollte die Situation nicht noch verschlimmern. Es können doch nicht ernsthaft Neubauten 2017 in Hamburg dazuführen, dass wir dunkle, feuchte Wohnungen kreieren. Oder wollen Sie gar die alte Eimsbütteler Tradition des „Trockenwohnens“ wieder einführen?

Ich lebe hier in einem lebendigen, durchmischten Viertel voller Wähler, die sich dringlich bezahlbaren, angemessenen Wohnraum wünschen. Da kann ich von einer grundsätzlichen Verhinderungs- bzw. Verweigerungshaltung nichts wahrnehmen, auch wenn der Bürgermeister Bürgerinitiativen gerne als Verhinderer diffamiert[5]. Lassen Sie sich für Sonderwünsche des Bauantragstellers nicht damit abspeisen, dass vielleicht ein kleiner Anteil der Wohnungen für einen befristete Zeit im Mietpreis gedeckelt wird. 10 Jahre sind im Bezug auf Stadtplanung nur ein Wimpernschlag! Bitte werden sie ihrem politischen Auftrag und ihrer sozialen Verantwortung gerecht und vertreten sie die Interessen der Bevölkerung und nicht die singulären Interessen eines Investors. Eine Genossenschaft oder die SAGA, die zwar ökonomischen Zwängen, aber nicht fantasievollen Renditevorstellungen unterliegt, wären vielleicht bessere Bauträger.

Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung auf positive Nachrichten aus dem Bauausschuss bzw. der Bezirksversammlung,
Michael

[1] https://www.eimsbuetteler-nachrichten.de/bunker-abriss-eimsbuetteler-strasse-altona/
[2] https://taz.de/Investor-will-keine-Sozialwohnungen/!5458952/
[3] https://www.test.de/Studentenapartment-als-Kapitalanlage-Hohe-Kaufpreise-magere-Rendite-4717998-4718005/
[4] https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article158211946/Das-heikle-Spiel-mit-teuren-Studentenwohnungen.html
[5] https://www.mopo.de/hamburg/politik/scholz-warnt-anti-bau-initiativen--dann-wird-hamburg-unbezahlbar--27884384

Brief von Katja an den Bauausschuss

Sehr geehrter Herr XY / geehrte Frau XY,

im Moment beschäftigen sich viele in unserem Viertel mit dem geplanten Teilabriss des Bunkers und Wiederbebauung des Grundstückes Eimsbütteler Str. 135, so auch ich.

Meine Situation ist durch direkte Nachbarschaft (Wand an Wand) allerdings noch etwas dramatischer als die der meisten Nachbarn. Ich möchte betonen, dass ich NICHT gegen die Bebauung bin! Ich werde zwar während der Bauphase eine massive Beeinträchtigung meiner Lebenssituation erleiden, aber das ist ja zeitlich begrenzt und ich finde Wohnungsbau so wichtig, daß das zu ertragen sein wird.

Allerdings habe ich Sorge, daß die Größe der meisten geplanten 1-Zimmer-Appartements von 22-23 qm dafür steht, daß ein Boarding-House für Kurzzeitmieter entstehen wird. Da der Investor schon Erfahrung auf diesem Gebiet hat und bestimmt auf Gewinnmaximierung setzt, denke ich nicht, daß ein Studentenwohnheim entstehen wird.

Das Viertel hat bisher eine gute Stimmung und einen guten Zusammenhalt, wir möchten gern mehr Nachbarn – aber solche, die länger hier bleiben und mit uns leben. Siebzig Wochenendpendler oder Kurzzeitmieter werden sich nicht am Gemeinschaftsleben beteiligen.

Das Wohnen soll erschwinglich bleiben. Die Miet- und Kaufpreise solcher Objekte sind deutlich über normalen m²-Preisen und dadurch wird sich der Mietspiegel ungut verändern und eine andere Eigentümerklientel angesprochen, so dass auch die bisher okayen Eigentumspreise anziehen werden. (Als Eigentümerin bin ich also ausdrücklich gegen eine Wertsteigerung meiner Wohnung durch Spekulation!)

Außerdem wird sich bei über 70 Wohnungen die sowieso schon angespannte Parkplatzsituation zum Chaos wenden. Eine weitere Frage ist, wo die Glascontainer hinsollen, die bisher vor dem Bunker stehen.

Und nun zu meinem größten Sorgepunkt:

Durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper fürchte ich eine völlig verschattete Wohnung und Garten. Gleichzeitig habe ich eine neue Front aus etwa 20 Fenstern/Balkonen vor mir. Als Anbau des Bunkers steht bisher eine eingeschossige Hütte die man kaum sieht – die neue Situation würde massiv in das Grundstück ragen und für mich und meine Nachbarn eine drastische Verschlechterung bedeuten.

Der entstehende Lärm bei insgesamt etwa 40 Balkonen, die in den dann sehr engen Hinterhof ragen, wird heftig werden und bei der erwarteten Klientel wird das kein Kinderjubel sein sondern eher abendliche Belastung.

Bitte stimmen Sie am 14., November 2017 im Bauausschuss gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und insbesondere gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper.

Mit freundlichen Grüßen

Katja

Ein falscher Weg für dieses Viertel

Trisha hat sich mit dem folgenden Brief an den Bauausschuss und den neuen Oberbaudirektor HH Stadtentwicklung gewandt:

Sehr geehrte/r XY

seit Bekanntwerden des Bauvorhabens bezüglich des Bunkergrundstücks Eimsbütteler Straße 135 sind wir als Anwohner in großer Sorge. Ich lebe mit meiner gehbehinderten Mutter direkt gegenüber vom Bunker, es schaudert uns jetzt schon bei dem Gedanken an die Bauarbeiten, jedoch raubt einem der Horror vor Ihrem Vorhaben zusätzlich unseren Schlaf.

Das Vorhaben, dort einen großen Wohnkomplex mit 72 Micro-Wohnungen für Besserverdienende zu errichten ist schlichtweg ein falscher Weg für dieses Viertel und diese Straße! Dass dort Wohnungen entstehen sollen ist nicht das Problem, dies ist begrüßenswert. Jedoch besteht dieses Viertel und diese Straße schon seit jeher aus Familien, Alten, Jungen, Paare, Singles, Kranke, Gesunde, alle miteinander. Sie alle brauchen ein normales Zuhause und kein Mini-Zimmer mit horrenden Mieten! Die Mischung der Bewohner und die Qualität des Wohnens macht das Viertel aus. Und nicht der rein egoistische Profitgedanke, wie man mit einer immensen Masse von neuen Mietern, die am meisten bieten, auf kleinstem Raum verdienen könnte.

Die Politik spricht sich ständig dafür aus, dass Familien wieder mehr gefördert werden sollen. Dass Paare ermutigt werden sollen, sich FÜR Kinder zu entscheiden. Doch Ihr Bauvorhaben widerspricht doch diesem Appell! Es wird lamentiert, dass es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt und doch wird von Ihrer Seite ein solch sozialfeindliches Projekt angestrebt.
So viele Freunde und Bekannte von mir suchen gerade eine bezahlbare Wohnung. Kein von Ihnen befürwortetes „Wohnklo“ sondern eine normale Wohnung.

Ich appelliere an ihre soziale Verantwortung den Bewohnern dieses Viertels gegenüber, setzen Sie sich für normale, bezahlbare Wohnungen ein und verhindern sie die Miniwohnungen. Sie hatten es Ihren Bürgern doch bei den Wahlen versprochen! Kommen Sie Ihren Pflichten und Ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgern nach!

Mit freundlichen Grüßen

Trisha

Ich bin sehr empört über das neue Bauvorhaben!

Brief von Sven an den Bauausschuss/Fraktionen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin sehr empört über das neue Bauvorhaben das in meiner Nachbarschaft entstehen soll. Es zeigt sich mir unverständlich warum in einer funktionierenden Nachbarschaft ein Boarding-Haus oder zumindest ein Haus mit Micro-Apartments entstehen soll, bei dem zwischen 22- 28 € netto pro m² Kaltmiete aufgerufen werden. Wir brauchen hier ein familiengerechtes und sozialverträgliches Wohnen und kein gewinnorientiertes durchoptimiertes Silo-Wohnen in unserem Stadtteil. Wir benötigen eine familien- und altersgerechte Bauform die auf die existierenden Belange der Altonaer Bewohner abzielt. Die steigende Durchschnittsmiete wird Auswirkungen auf den Mietenspiegel haben und eine funktionierende soziale Struktur mittel –und langfristig zerstören. In diesen Wohncontainern wird es kein Mensch lange aushalten und eine hohe Fluktuation an Bewohnern zu Folge haben, die sich nicht einen Deut um ihr Umfeld scheren. Der ohnehin schon sehr hohe Parkdruck wird durch mögliche weitere bis zu 72 PKW erhöht und stellt eine weitere unzumutbare Belastung dar.
Bitte machen Sie sich vor Ort selbst ein Bild von der baulichen Situation und Sie werden feststellen, dass der geplante Baukörper so dicht an die Nachbarbebauung angrenzt, dass hier mit hoher Lärmbelästigung der angrenzenden Nachbarschaft zu rechnen ist, bevor Sie einfach einen Bauantrag genehmigen.

„Bitte stimmen Sie am 14. November 2017 im Bauausschuss gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper.“

Mit freundlichen Grüßen

Sven

Das kann angesichts der Wohnsituation in Hamburg nicht gewollt sein!

E-Mail von Katrin an alle stimmberechtigten Mitglieder des Bauausschusses Altona und die Fraktionen der Bezirksversammlung Altona:

Sehr geehrte/r Frau/Herr xy,
ich schreibe Ihnen als Mitglied im Bauausschuss Altona im Namen einiger Nachbarinnen und Nachbarn der Eimsbütteler Straße und der Glücksburger Straße.

Auf dem Bunker-Grundstück Eimsbütteler Straße 135 soll ein Gebäude mit 72 Microwohnungen gebaut werden. Die Größe der 1-Zimmer-Appartements beträgt bei den meisten 22-25 qm. Die Wohnungsgrößen lassen befürchten, dass hier ein „Boarding-House“ entsteht, welches Firmen für ihre Mitarbeiter/innen nutzen, die über eine bestimmte Zeit in Hamburg arbeiten.

Die Kauf- und Mietpreise dieser Häuser stehen in keinem Verhältnis zu den ortsüblichen Preisen, ganz im Gegenteil, sie werden den Mietenspiegel deutlich anheben.

Das kann angesichts der Wohnsituation in Hamburg nicht gewollt sein!
Wir brauchen bezahlbare Wohnungen für Familien, Singles, Paare, für Jung und Alt.
Wohnraum ist kein Spekulationsgut.
Denken Sie bitte an Ihre Verantwortung den Hamburger Bürgerinnen und Bürgern gegenüber.

Die Anwohner/innen der umliegenden Straßen befürchten des weiteren eine sehr viel größere Belastung durch noch mehr Autos und Parkplatzsuchende.
Auch für Fahrräder gibt es jetzt schon viel zu wenig Stellplätze.
Die Verkehrssituation ist also jetzt schon äußerst angespannt.

Die direkt betroffenen Nachbar/innen der Eimsbütteler Straße 127, 127a, 129 und 137 und der Glücksburger Straße 3 und 5 sehen sich durch die Überbauung auf faktisch 7 Geschosse (6 Geschosse + Staffelgeschoss) und des im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörpers einer sehr viel größeren Lärmbelastung im Innenhof ausgesetzt.

Bitte stimmen Sie gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich
mehrfach gestaffelten Baukörper.

Mit freundlichen Grüßen