Archiv der Kategorie 'Briefe'

Der Stadtteil ist ideal für Familien mit Kindern, die nicht aus der Stadt ziehen wollen!

Wir freuen uns, dass nicht nachgelassen wird, und veröffentlichen die Mail von Janosc an die Mitglieder des Bauausschusses:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bestimmt haben Sie in den letzten Tagen und Wochen bereits einige Nachrichten von Anwohnern in der Nähe des Hochbunkers bekommen.

Auch ich möchte Ihnen hiermit meine Meinung und Einstellung zu diesem Projekt näher bringen.
Ich wohne seit drei Jahren in dieser Nachbarschaft und habe Diese Gegend als gemeinschaftlich sehr stark kennengelernt. Die Straßen um den Platz ohne Namen sind durch sehr viele Familien geprägt. Viele Anwohner engagieren Sich für die Nachbarschaft und man ist gemeinsam bemüht die Verlorenheit der Nachbarschaft durch die umliegenden großen Straßen zu kompensieren. Events beim Gemüsehändler, Privat organisierte Flohmärkte, Sommerfeste für Kinder, und Grillfeste sind nur einige der Ergebnisse dieses Engagements. Der Stadtteil ist ideal für Familien mit Kindern, die nicht aus der Stadt rausziehen wollen, da auch die Zentrumsnähe mit den Kulturellen Angeboten erhalten bleiben sollen.
Was hier benötigt wird sind Wohnungen für junge Familien, die Ihren Kindern ein Stadtleben ohne die immer weiter voranschreitende Anonymisierung der Großstadt ermöglichen wollen.
Unangebracht sind meiner Meinung nach Wohnungen, welche die Rastlosigkeit und Ungebundenheit der Gesellschaft unterstützen. Möblierte Mikroappartements, mögen sie auch nur 22 € den Quadratmeter kosten, tragen nicht zur nachhaltigen Stadtentwicklung bei. Mögliche Anwohner des besagten Projekts werden durchaus Studenten sein. Jedoch welche, die über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen. Dies bringt vielfach auch den Besitz eines Fahrzeuges mit sich. Auch sind die Wohnungen sicherlich für Geschäftsleute interessant die die Woche in der Stadt zum arbeiten sind. Diese werden ihre Einkünfte und Ihr mögliches Engagement jedoch sicherlich nicht in der Nachbarschaft geschweige den der Stadt Hamburg lassen. Aus diesen Gründen sehe ich die Argumentation des potentiellen Bauträgers, dass ein Mikroappartementblock ein Gewinn für die Nachbarschaft und/oder die Stadt wäre, als nich nachhaltig und nicht ehrlich an.

Der Ausbau des Bunkers ist meiner Meinung nach absolut sinnvoll und auch der Antrag aus 6 Stockwerke sogar den Antrag für das Staffelgeschoss finde ich auf Grund des umliegenden Gebäudebestands sinnvoll. Hierbei sollte jedoch auf einen ordentlichen Anschluss der Dachansätze zu dem danebenliegenden Haus Nr. 129 sowie zu dem dahinter liegenden Haus Glücksburger Straße Nr. 3 geachtet werden. Auf diese Weise wäre der Ausbau ein Gewinn für das Stadtbild und nicht ein retortenplan zur möglichst effizienten Gewinnsteigerung. Auch der sehr ausladende Ausbau in den Innenhof mit 49 Balkonen ist unangebracht unpassend und kann nur durch mögliche Profitmaximierung erklärt werden. Bereits heute ist der Innenhof zu dem auch dieser Bunker gehört ein Geräuschkessel, in dem bei Feiern oder spielenden Kindern der Lärmpegel steigt. Die geplanten 40 Balkone die zu den Mikroappartements gehören werden die Anzahl an Balkonen ca. Verdoppeln. Hierdurch und durch die stetig wechselnden Mieter, die kein Interesse an eine nachhaltige Bindung mit der Nachbarschaft haben, wird hier eine andauernde Geräuschkulisse erzeugt, welche dem Zusammenhalt sogar noch schaden wird. Hier wäre ein Haus mit Familiengerechten Wohnungen mit einem sich nach oben verjüngenden Ausbau, der Terassenflächen generiert wesentlich passender, da auch hier ein Gewinn der rückseitigen Fassadengestaltung und der direkten Nachbarschaft das Ergebnis wären.

In der neuen Mitte Altona wurden viele Baugemeinschaften mit einbezogen, solange die geplanten Konzepte ein nachhaltiges Wohnen verfolgten. Familien, Paaren und Singles hier die Möglichkeit zu geben sich ein Zuhause zu schaffen, wäre für die Stadt und die direkte Nachbarschaft ein unschätzbarer Gewinn. Warum solch eine Nachhaltige Stadtentwicklung nicht grundsätzlich verfolgt und stattdessen zusätzlich der Drittelmix abgeschafft wird kann ich leider nicht nachvollziehen.

Ich hoffe das Sie ihre Stimme im Bauausschuss dazu nutzen werden, der Stadt Hamburg und der direkten Nachbarschaft eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen und das Profitgebahren einer einzelnen Firma hinter die Interessen der Hamburger Anwohner stellen werden.

Ich freue mich über Antworten und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Janosc

Auch die FDP fürchtet Parkdruck und Mietsteigerung

Liebe Anwohner des Bunkergrundstücks,

die Lage in ihrem Quartier ist mir geläufig. Auf einen direkten Termin vor Ort muss ich leider verzichten. Zu der für die Anwohner nicht sehr befriedigende Situation, die durch die in Hamburg existierende Rechtslage geschaffen ist, läßt sich kaum etwas tun. Ich bedauere das, da ich immer wieder für eine verträgliche Entwicklung im Quartier eintrete.

Im Fall Bunker ist das Baurecht vorhanden, wie Sie wissen. Die FDP tritt dafür ein, dass keine Befreiungen für die Grundstücknutzung durch den Investor gegeben werden. Er kann dann aber im Rahmen der zulässigen Möglichkeiten bauen. Gegen Mikrowohnungen gibt es keine vom Gesetz gegebenen möglichen Einschränkungen. Das 70 Wohnungen mehr Verkehr und Parkdruck erzeugen, als familiengerechte Wohnungen ist zu erwarten. Diese Entwicklung ist von den regierenden Kräften in Hamburg im Rahmen der Bauprogramme in vielen Quartieren als Folge zu beobachten. Die abgeschaffte Stellplatzregelung schafft entsprechenden Parkdruck im öffentlichen Raum.
Die Mehrheiten in der Bürgerschaft sind dabei eindeutig.

Die breit angelegten Neubauprogramme in Hamburg führen überall zu einer Mietsteigerung und damit zu entsprechenden Auswirkungen im Mietenspiegel. Anders als öffentlich behauptet werden nicht günstige Wohnungen gebaut sondern zum Bestand kommen immer Wohnungen, die höhere Mieten fordern als die vorhandenen. Falls es sich bei den Mikrowohnungen jedoch um möblierte oder teilmöblierte Wohnungen handeln sollte, würde kein Einfluss entstehen.

Lorenz Flemming
Vorsitzender
FDP Fraktion in der BV Altona

In Ihrem Wahlkreis herrscht gerade Unzufriedenheit!

Mario hat sich direkt an den Bundestagsabgeordneten für Altona Herrn Dr. Bartke gewendet:

Sehr geehrter Herr Dr. Bartke,

möglicherweise ist es Ihnen nicht entgangen, dass angesichts der Pläne, den Hochbunker in der Eimsbütteler Straße 135 in ein „Boardinghouse“ mit überteuerten Mikro-Appartments zu verwandeln, in Ihrem Wahlkreis gerade eine hohe Unzufriedenheit herrscht. Ich erlaube mir daher, mich (in Ergänzung zu meiner Mail vom 11.11.) noch einmal direkt an Sie zu wenden. Da Sie im Bundestagswahlkampf das Thema bezahlbaren Wohnraum ins Zentrum gerückt hatten, setzte ich eine große Hoffnung auf Ihren positiven Einfluss und Gestaltungsmacht – und ich weiß, dass es vielen meiner Nachbarn ähnlich geht.
Gern stelle ich noch einmal klar, dass gegen eine Umwandlung eines Bunkers in Wohnraum per se nichts einzuwenden ist. Ich befürchte allerdings, dass das geplante Vorhaben der falsche Weg ist. Anstatt hochpreisige Mikroappartments für pendelnde Geschäftsleute zu errichten – was überdies zu einem Anstieg des Mietenspiegels und mithin einer Mehrbelastung der gesamten Nachbarschaft führen würde – sollte über den Bau „normal dimensionierter“, familiengeeigneter Wohnungen nachgedacht werden. Überdies sollte von einer weiteren Versiegelung des ohnehin beengten Innenhofs (Lichtmangel!) Abstand genommen werden. Wäre es unter diesem Gesichtspunkt nicht sinnvoll, das Vorhaben noch einmal neu zu verhandeln und den gemeinnützigen Gedanken, z.B. durch Einbindung von Genossenschaften, stärker in den Vordergrund zu stellen?
Sodann hörte ich zu meiner großen Überraschung, dass der in Hamburg praktizierte „Drittelmix“ seit einem Jahr faktisch aufgehoben sei bzw. nur noch für „zusätzliche“, über den Bebauungsplan hinausgehende Wohneinheiten gelte – ohne dass dies offiziell publik gemacht bzw. auf einer breiten gesellschaftlichen Basis diskutiert worden sei. (Ganz abgesehen von der Tatsache, dass es selbst bei den geförderten Wohnungen nach Auslauf der Bindung – siehe Lenzsiedlung – immer wieder zu nicht hinnehmbaren Verwerfungen kommt). Sollte dies den Tatsachen entsprechen, wäre dies m.E. ein sozialpolitischer Skandal, der dem leidigen Thema „Politikverdrossenheit“ weiteren Vorschub leisten würde. Wohnraum ist kein Spekulationsgut!
Abschließend möchte ich auch die Stichworte „Kappungsgrenze“ und „Neuvermietungspraxis“ nicht unerwähnt lassen. Ein Arbeitnehmer, der eine neue Stelle antritt, erhält i.d.R. weniger Gehalt als sein Vorgänger. Schließt er jedoch einen neuen Mietvertrag ab, zahlt er mit größter Selbstverständlichkeit mehr. Wie ist dies aus sozialpolitischer Sicht zu erklären? Welche Rechtfertigung gibt es, dass ein Vermieter alle drei Jahre die Miete um 15% anheben darf, wo doch die Gehaltsentwicklung nicht im Ansatz dieser Tendenz entspricht? Man stelle sich die Situation einmal umgekehrt vor: In einem gesunden Unternehmen, in dem überdies sozialer Frieden herrscht, verlangt die Belegschaft alle drei Jahre eine 15-prozentige Gehaltserhöhung (welcher der Vorstand ironischerweise durch eine freiwillige Unterschrift noch zustimmen darf – denn dies ist auf dem Wohnungsmarkt derzeitige Praxis) – hier würden vermutlich die meisten Menschen kein Verständnis aufbringen.

Sehr geehrter Herr Dr. Bartke, ich möchte Sie und Ihre Parteikollegen hiermit herzlich bitten, zu den genannten Themen
1.) Neugestaltung der Einheit Eimsbütteler Straße 135 im Sinne einer sozial gerechten und nachhaltigen Quartiersentwicklung
2.) Praktizierung bzw. Wiedereinführung eines Drittelmixes, der seinen Namen verdient
3.) Neuvermietung und Kappungsgrenze
Stellung zu beziehen sowie zu erläutern, welche Schritte die Sozialdemokratie auf ihrem traditionellen Feld der sozialen Gerechtigkeit hier bereits plant bzw. zu gehen bereit ist.

Mit besten Grüßen aus der Nachbarschaft
Mario

Antwort von den Grünen auf 12 Fragen

Stellungnahme der Grünen-Altona auf meine 12 Fragen: „Was halten Sie denn davon …?“

Hallo Frau […],
danke für Ihre E-Mail.
Leider können wir Ihnen auf Ihre Fragen noch keine Antworten geben – die Verhandlungen werden weiterhin fortgesetzt. Derzeit rechnen wir mit mindestens 4 Wochen, bevor sie zum Abschluss kommen. Lassen Sie uns im Anschluss daran sprechen, dann wissen wir Genaueres!
Für heute freundliche Grüße
Gesche Boehlich
Fraktionsvorsitzende
Bündnis 90/Die GRÜNEN in Altona

Sieht nicht so aus, als ob meine 12 Fragen überhaupt gelesen wurden.
Es geht doch nicht in einer über den Stand der Verhandlungen mit dem Investor.
Es geht um ein Statement der Grünen-Altona zur aktuellen Wohnungsbaupolitik.

Da frage ich mich doch: „Haben die Grünen überhaupt eine eigene Meinung zur Wohnungsbaupolitik?

Was halten Sie denn davon? 12 Fragen an die Grünen Altona

Hallo Frau Boehlich, hallo Fraktion Grüne Altona,
nachdem der Tagesordnungspunkt Bunker Eimsbütteler Straße 135 gestern aus dem Programm des Bauausschusses gestrichen wurde,
und wir von den „NachbarInnen für nachhaltige Nachbarschaft“ von Ihnen noch so gar keine Rückmeldung zu unseren Sorgen und Bedenken bezüglich der Neubebauung des Grundstückes Eimsbütteler Straße 135 mit 72 Microwohnungen bekommen haben, wollte ich doch nochmal nachfragen: Was halten Sie denn davon?

  1. Was halten Sie denn davon, dass die meisten der geplanten 1-Zimmer-Appartements unter 22 m² „klein“ werden?
  2. Was halten Sie denn davon, dass Familien, Paare und Singles keine Chance auf eine lebenswerte Wohnung in dem Neubau haben? Auch Singles wohnen gerne in 2-Zimmer Wohnungen und schlafen nicht gerne in Küche/Wohnbereich, oder würden Sie, wenn Sie in der Situation wären, freiwillig für ein 22 m² Wohnklo eine horrende Miete bezahlen?
  3. Was halten Sie denn davon, dass der Innenhof massiv verbaut wird, so dass kaum Platz mehr zu den Nachbarhäusern besteht und die direkten Nachbarn mit 44 Balkonen auf engstem Raum konfrontiert werden, daher mit einem stark ansteigenden Lärmpegel rechnen müssen?
  4. Was halten Sie denn davon, dass der Drittelmix, der mit dem Investor Eduard Reidel nur für die den Bebauungsplan übersteigenden Stockwerke 5 und 6 ausgehandelt werden soll, also nur für 8 von 72 Wohnungen gilt?
  5. Was halten Sie denn davon, dass „gedämpfte Miete“ nur für 10 Jahre vereinbart wird, und der Investor danach verlangen kann, was er will?
  6. Was halten Sie denn davon, dass hier eventuell ein „Boardinghouse“ für Wochenendpendler/innen gebaut wird, das Hamburger/innen, welche dringend Wohnungen suchen, rein gar nichts bringt? Gewinner kann hier nur der Investor sein, was halten Sie denn davon?
  7. Was halten Sie denn davon, dass hier eventuell ein Studentenwohnheim entsteht, bei dem die Miete der möblierten Appartements um die 30 EUR/m² liegen könnte, wie in den STUART Student Apartments in Ottensen, Am Felde, was sich kein/e Student/in ohne reiche Eltern leisten kann? Sollen hier nur die wohlhabenden Kinder studieren können? Wird das gefördert?
  8. Was halten Sie denn davon, dass hier zukünftig noch mehr Autos und Fahrräder um nicht vorhandene Parkplätze kämpfen müssen, und kommen Sie mir bitte nicht mit dem Argument, es wird ein Studentenwohnheim, die haben alle kein Auto … Wenn sich jemand ein so teures Studentenappartement leisten kann, dann kann der sich auch ein Auto leisten bzw. hat es längst geschenkt bekommen.
  9. Was halten Sie denn davon, dass hier die Mieten extrem steigen werden und der Mietenspiegel dadurch noch mehr in die Höhe getrieben wird?
  10. Was halten Sie denn von Ihrer sozialen Verantwortung den Hamburger Bürger/innen gegenüber? Oder ist Ihnen das Investorenglück wichtiger und Sie würden Microwohnungen zur Maxirentite lieber fördern?
  11. Was halten Sie denn von schmutzigen Deals, wie 8 mickerige, sozial geförderte Wohnungen (mit auf schlappe 10 Jahre begrenzten gedämpften Mieten) im Tausch gegen die Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes, damit insgesamt 72 Micro-Wohnungen gebaut werden können zur Gewinnmaximierung des Investors?
  12. Wollen Sie nicht auch mehr? Mehr sozialen Wohnungsbau? Mehr bezahlbare Wohnungen für Familien? Mehr bezahlbare Wohnungen für Paare? Mehr bezahlbare Wohnungen für Singles, die auch lebenswert sind? Was halten Sie denn davon?

Ich würde mich sehr über ein ehrliches Statement Ihrer Fraktion zu meinen 12 Punkten freuen.
Meine Nachbar/innen und ich haben Ihnen so viele Mails geschrieben und nicht eine wurde beantwortet oder mit einer kleinen Rückmeldung bedacht.
Ich nehme Ihre Rückmeldungen auch gerne in unseren Blog nanana.blogsport.de auf.

Mit freundlichen Grüßen
Katrin

Für einen bezahlbaren Wohnraum, der in das hiesige Viertel passt!

Während erste Rückmeldungen aus der Politik zeigen, dass wir wahrgenommen werden, freuen wir uns, dass sich nun auch Raimund an den Bauausschuss gewandt hat:

Sehr geehrte Damen und Herren vom Bauausschuss,

als Anwohner direkt gegenüber dem Bunker in der Eimsbütteler Str. 135 habe ich zu meinem Bedauern erst in den letzten Tagen aus der Nachbarschaft und zuletzt auch aus der Presse von den aktuell geplanten Baumaßnahmen erfahren. Gelinde gesagt bin ich etwas überrascht, dass ich als hiesiger Bürger dieses Viertels zuvor bislang von diesem Bauvorhaben nicht in Kenntnis gesetzt und informiert worden bin. An dieser Stelle hätte ich mir mehr bürgernahe Transparenz über das geplante Bauvorhaben gewünscht. Anmerken möchte ich, dass ich möglicherweise diesbezügliche Ankündigungen in der Tagespresse aber auch überlesen habe. Falls dies so zutreffen sollte, bitte ich mein diesbezüglich geäußertes Unbehagen zu entschuldigen.

Wenn ich richtig informiert worden bin, ist in der Eimsbütteler Str. 135 derzeit der Bau von 73 Mikrowohnungen größtenteils in der Größe von ca. 22 qm angedacht. Damit stellt sich die Frage, ob ein Bedarf solcher Wohnungen im hier gewachsenen Viertel in dieser Form überhaupt vorhanden ist. Es gehört meines Erachtens nicht viel Fantasie dazu, diese Frage zu beantworten.

Bei Durchführung des angedachten Bauvorhabens ist zu erwarten, dass die Mietpreise dieser Mikrowohnungen in keinem Verhältnis zu den bisherigen ortsüblichen Mieten stehen werden. Sehr wahrscheinlich werden die neuen Mieten zu einer Erhöhung des Mietenspiegels beitragen. Das kann angesichts der schon jetzt angespannten Wohnungsmarktsituation in Hamburg politisch nicht gewollt sein. Eine Vermietung der Wohnungen an Studenten wird bei den zu erwartenden Quadratmeterpreisen nicht realistisch sein.
Zu befürchten ist angesichts der derzeit geplanten Wohnungsgrößen, dass stattdessen Firmen diese Mikrowohnungen für ihre Mitarbeiter variierend nutzen werden, quasi als Boarding-House bzw. diese Wohnungen von Personen übergangsweise angemietet werden, die hier eigentlich gar nicht wohnen und ihren Lebensschwerpunkt haben wollen.

Die geplanten Mikrowohnungen passen nicht in diese Nachbarschaft und das hiesige Viertel.

Bei 73 neuen Wohnungen ist außerdem damit zu rechnen, dass die schon jetzt sehr problematische Parkplatzsituation sich weiter anspannen wird, auch weil nach meinem Kenntnisstand trotz geplantem Neubau keine neuen Parkplätze errichtet werden sollen.

Wir wünschen uns durch den Abriss des Bunkers stattdessen ein Wohnungsangebot für unseren Stadtteil, ein Angebot, dass hier auch wirklich her passt, ein Angebot für werdende Nachbarn, die hier längerfristig wohnen wollen und den Wohnraum auch bezahlen können, gemischt für Familien, ältere Menschen, etc.. Der Abriss des Bunkers soll zu einer Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität im Viertel beitragen. Dies setzt bezahlbare Wohnungen in variierenden Größen voraus.

Ich habe große Sorge, dass die Belange der hiesigen Bürger dabei nicht angemessen und adäquat berücksichtigt werden.

Ich appelliere deshalb an Ihre Verantwortung und an Ihr Gewissen als von uns Bürgern gewählte und im Bauausschuss tätige Person, Ihre Entscheidung nicht nur sorgfältig und gewissenhaft, sondern auch mit der dazu notwendigen und erforderlichen Zeit zu überdenken. Eine unmittelbare kurzfristige Befürwortung des aktuell geplanten Bauvorhabens schon am 14.11.2017 halte ich als betroffener Bewohner für verantwortungslos und Ihrer Rolle als Mitglied des Bauausschusses für unwürdig. Bitte beziehen Sie in Ihre Entscheidung auch die zweifelsohne berechtigten Sorgen und auch Anregungen besorgter Bürger für einen bezahlbaren Wohnraum, der in das hiesige Viertel passt, in Erwägung. Angesichts allgemeiner Übereinstimmung der vorhandenen Wohnungsknappheit ist eine sinnvolle und Bebauung des Bunkers unbestreitbar nachvollziehbar und vertretbar. Allerdings nicht als Fremdkörper mit möblierten Mikrowohnungen zu überhöhten Preisen oder als Boarding-House, damit ohne Zweifel ins hiesige Viertel nicht passend und dies möglicherweise nur einer maximalen Profitabilität geschuldet.

Auch mit größeren und sozialverträglichen Wohnungen auf dem vom Bunker selbst belegten Areal sollte das Objekt für einen Investor interessant sein!

Ich bitte Sie deshalb freundlich, am 14.11.2017 im Bauausschuss Ihrer städtebaulichen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper zu stimmen.

Über eine Mitteilung Ihrerseits über Ihre Entscheidung im Bauausschuss am 14.11.2017 und die diesbezüglichen weiteren Bauplanungen wäre ich Ihnen sehr zu Dank verbunden.

Mit freundlichen Grüßen

Die Entwicklung des Stadtteils sinnvoll lenken!

Es gibt kein Nachlassen. Auch Franziska hat sich mit einer Mail an alle zuständigen Politiker gewandt:

Sehr geehrte/r.,

ich habe erfahren, dass in der Eimsbüttler Straße 135 ein Bauprojekt geplant ist – der Bunker dort soll zu Wohnraum umgebaut werden. Das begrüße ich sehr, in Hamburg mangelt es sehr an bezahlbaren Wohnungen. Allerdings irritiert mich sehr, dass dort Mini-Wohnungen mit sehr hohen Quadratmeterpreisen geplant sind. Statt Familien sollen dort Geschäftsleute und besserverdienende Singles einziehen ? Der Mietenspiegel wird durch solche Projekte weiter in die Höhe getrieben, so dass auch die Wohnungen in der Umgebung teurer werden. Es gibt eh schon zu wenig Parkplätze, nachts werden hier die Bürgersteige zugeparkt, das wird durch diese Mini-Wohnungen sicher nicht besser.

Es ist meiner Meinung nach die Aufgabe der kommunalen Politiker, die Entwicklung des Stadtteils sinnvoll zu lenken, statt die Objekte kommentarlos irgendwelchen Investoren zu überlassen, denen das Gemeinwohl völlig egal ist. In Hamburg fallen jedes Jahr hunderte Wohnungen aus der Sozialpreisbindung heraus, ohne dass in vergleichbarem Umfang neue Sozialwohnungen entstehen. Der Hamburger
Wohnungsmarkt bietet für Besserverdienende eine sehr gute Auswahl, während Geringverdienende immer weniger Chance haben, eine Wohnung zu finden.

Bitte stehen Sie zu Ihrer Verantwortung für die Bewohner des Stadtteils und sorgen Sie dafür, dass bei diesem Projekt bezahlbare Wohnungen gebaut werden, die eine familienfreundliche Größe haben, und stimmen Sie gegen „Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten
Baukörper“, so dass neue Verhandlungen mit dem Investor möglich sind.

Mit freundlichen Grüßen

Nicht nur Rücksicht auf die Wünsche des Investors

Auch Helge hat zum Bauvorhaben im Bunker Eimsütteler Str. 135 die Politik angeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wohne in der Eimsbütteler Str. xyz im EG. Meine Wohnung liegt direkt an der Grundstücksgrenze, ich bin daher unmittelbar von dem Bauvorhaben betroffen.

Wie mir bekannt ist, wird wohl zeitnah entschieden ob den Anträgen des Investors auf Befreiung des zurzeit geltenden Baurechts stattgegeben wird:
Überschreitung der sonst üblichen viergeschossigen Bauweise im Viertel
Abweichung von der geschlossenen Bauweise im Bereich des Staffelgeschosses, also Aufweichung der Grundstücksgrenze nach hinten
Möglichkeit der mehrfach gestaffelten Bauweise, dadurch erhebliche Verdichtung des Innenhofs
Durch dieses Bauvorhaben wird meines Erachtens der finanzielle und qualitative Wert der unmittelbar angrenzenden Wohnungen (die im unteren Bereich liegenden Wohnungen erheblich) gemindert.

Dazu stelle ich mir folgende Fragen:
Was würde das für die unmittelbar betroffenen Parteien bedeuten? (und im Weiteren für das Wohnquartier)
Was genau würden Sie an meiner Stelle machen? Zurzeit bliebe mir ja nur die Möglichkeit einer Klage wegen langfristiger Wertminderung meiner Immobilie.
Im Gegensatz zu der positiven Darstellung des Investors (u.a. Wertsteigerung des Eigentums) stehe ich dem mit folgenden Punkten kritisch gegenüber:

Durch die gestaffelte Bauweise und damit Bebauung des Innenhofes bis zur Grenze des Erlaubten stellt es weder für mich noch für die neuen Nachbarn eine erhöhte Wohnqualität dar.
Da die geplante Bebauung des ohnehin schon engen Innenhofes den Lichteinfall erheblich reduzieren wird, führt die Verschattung der angrenzenden unteren Wohnungen dann zu einem schlechteren Wohnklima, ausgelöst durch reduzierte Sonneneinstrahlung und verminderte Luftzirkulation. Das Ergebnis wäre mE eine kellerähnliche Wohnqualität (dunkel und feucht).
Die überdurchschnittlich vielen Wohnungen werden mit Sicherheit auch zu einem erhöhten Lärmpegel führen sowie die schon vorhandene Parkplatznot in den angrenzenden Straßen noch verstärken.
Mir klingt das Wort Mietpreisbremse noch sehr in den Ohren.. wo genau wird die hier angesetzt? Ich höre von Quadratmeterpreisen von 22-28 €. Die Möblierungen der Wohnungen hebeln die „Bremse“ hier meines Wissens aus. Wie würde so eine Ausstattung aussehen damit man in den Bereich „Möblierung“ kommt?

Geht es den Beteiligten um den Erhalt des Mietenspiegels und sollen dem Investor trotzdem am Ende Gewinne ermöglicht werden, so wäre dies ja bestimmt machbar, würde jedoch länger dauern. Ich habe aber das Gefühl, dass hier möglichst schnell möglichst viel Gewinn erwirtschaftet werden soll und das macht mir Sorgen für die Zukunft unseres Wohnviertels.

Ich wünsche mir hier sehr einen offenen Austausch um gemeinsame Lösungen zu finden, da eine grundsätzliche Schaffung von Wohnraum auch in diesem Viertel sehr zu begrüßen ist, das möchte ich hier ausdrücklich betonen. Aber bitte mit Rücksicht auf die durchmischte Struktur (Singles, Familien, SeniorInnen) und nicht nur mit Rücksicht auf die Wünsche des Investors. Ich möchte Sie bitten, diesem Antrag nicht zuzustimmen.

Eine zugepflasterte Grünfläche ist wenig vorteilhaft.

Hier ist gerade noch die Mail von Heiner an die fünf im Bauausschuss vertretenen Parteien eingetrudelt:

Sehr geehrter XY,

durch Gespräche in der Nachbarschaft bin ich auf die geplante Bebauung des o. g. Grundstücks aufmerksam geworden.

Neue Wohnugen in unserer Ecke anstatt Bunker ist natürlich klasse und ich begrüße es.
Wie aber auf dieser Grundfläche so viele „Wohnungen“ entstehen können/sollen, ist mir ein Rätsel.
Wohnungen mit einer Größe von 70 – 80 Quadratmetern für kleine Familien sind hier sicherlich hilfreicher als die geplanten Kanickelställe..
Und, aus welchem Grund soll der rückwärtige Teil des Grundstücks ebenfalls noch bebaut werden dürfen? Eine zugepflasterte Grünfläche ist sowohl für die zukünftigen Bewohner als auch die vorhandene Nachbarschaft wenig vorteilhaft.

Auch mit größeren Wohnungen auf dem vom Bunker selbst belegten Areal sollte das Objekt für einen Investor interessant sein. Klar mit kleineren Wohnungen läßt sich mehr Geld pro Quadratmeter machen….

Die Parkplatz- und PKW-Verkehrssituation ist hier bereits jetzt ein Grauen. Ab 18 Uhr werden auch du letzten Ecken an den Kreuzungen zugeparkt.
Tempo-30 Zone ist hier bereits jetzt ein Lacher, da die Schilder missachtet werden. Bei ständig wechselnden Bewohnern der Micro-Appartments wird dieser Umstand sicherlich nicht verbessert.
Bewohner, die hier ein neues Zuhause finden, achten sicherlich auf ein angemessenes Tempo, zumal hier gerade am Morgen sehr viele Kinder unterwegs sind.

Ein weiterer Punkt ist sicherlich die Frage: wo sollen zukünftig die 10 Abfallcontainer stehen, die vor dem Bunker platziert sind? Diese sind bereits jetzt permanent überfüllt (werden also benötigt und genutzt).

Ich bitte Sie, dem Investor eine Bebauung lediglich auf die Grundfläche des Bunkers zu genehmigen. Ein 6 – 7 stöckiger „neuer Bunker“ mit noch gewaltigeren Dimensionen passt einfach nicht hier hin.

Mit freundlichem Gruß

Warum macht man so etwas?

Auch Lars hat eine Mail an Bauausschuss und Fraktionen geschickt:

Guten Abend XY

ich habe letzte Woche von meinen Nachbarn erfahren, welche Baumaßnahmen für den Bunker in der Eimsbüttlerstrasse 135 geplant sind. Ich bin ein wenig erschrocken darüber, wie weit die Planungen bereits vorangeschritten sind ohne, dass auch nur eine Information zu uns durchgedrungen ist.

Ist es richtig, dass dort 73 Mikrowohnungen gebaut werden sollen?
Warum macht man so etwas?
Möchte man mit aller Macht und auf Kosten der Nachbarschaft, die Statistik der Neubauwohnungen nach oben treiben?
Was bringen diese Wohnungen für die Nachbarn?

Wir leben hier in einem Viertel mit vielen Nachbarschaftsveranstaltungen. Der Zusammenhalt ist einzigartig. Man kennt sich, grüßt sich und unternimmt gemeinsam etwas.

Warum wird auf ein gewachsenes Miteinander nicht geachtet. Warum werden dort keinen Wohnungen für Familien, Ältere Mensche etc. gebaut. Menschen, die in diesem Viertel heimisch werden, sich damit identifizieren, es gestalten.

Leute, die sich für sehr viel Geld Schuhkartons als Wohnungen zulegen, wollen damit entweder reine Gewinne erzielen oder sind Wochenendfahrer, die sich für das Viertel nicht interessieren.

Warum ist der Träger keine Genossenschaft sondern wieder ein Investor, der auf Kosten von anderen sein Gewinn maximiert ?

Ich möchte auf all die anderen Argumente, die gegen diese Mikrowohnungen sprechen wie die Parkplatzsituation, Steigerung des Mietspiegels etc etc nicht eingehen. Ich denke, die kennen sie.

Mir ist ihre persönliche Meinung zu dem Thema leider nicht bekannt, ich möchte mit dieser Mail sie als Politiker nur daran erinnern, bitte
Entscheidungen zum Wohle der BürgerInnen zu treffen. Wenn sie das tun, wird es mich sehr freuen.

Mit freundlichem Gruss