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Bauarbeiter am Bunker

Miss Marple war wieder mit offenen Augen unterwegs:
Die Halteverbotsschilder vor dem Bunker, die gestern aufgestellt wurden, ließen sie wachsam sein. Die Aufschrift „Stadtreinigung“ konnte sie nicht einen Moment täuschen.

Und tatsächlich: Heute waren Männer in Arbeitswesten beim Bunker (u.a. der Firma Spie und ATS, Firmenwagen mit Kennzeichen aus Mecklenburg Vorpommern und Rendsburg), die vor dem Bunker gebuddelt und erkundet haben.
Auf Anfrage sagten sie, sie machen den Bunker stromlos, dafür mussten sie auf der Straße buddeln.

Danach wurde hinter dem Bunker ein Kasten abgebaut.

Dauerte insgesamt ca. 3 Stunden.

Investor gesichtet

Dieser aufmerksamen Nachbarschaft entgeht doch nichts!
Heute Vormittag wurde ein Mann gesichtet, der wie der Investor Eduard Reidel aussah, wie er in weiblicher Begleitung für längere Zeit in den Bunker ging. Ca.eine halbe Stunde später düsten sie in ihrem Mercedes mit Schweriner Kennzeichen wieder davon.

Holzauge sei wachsam!

Antwort von Robert Jarowoy – Die LINKE

Antwort von Robert Jarowoy, Fraktionsvorsitzender Die LINKE Altona, Mitglied im Bauausschuss u.a. auf unsere E-Mails. Die Hervorhebungen sind von mir.

Liebe Leute!
Ihr habt Euer Anliegen, das ja eigentlich das vernünftigste und nachvollziehbarste der kleinen Altonaer Nachbarschafts-Welt ist, supergut begründet und dargestellt.

Normalerweise wird so etwas im Bauausschuss binnen 10 Sekunden vom Tisch gefegt. Wenn der Druck groß genug ist, und den habt ihr vielleicht zu entfalten geschafft, wird noch einmal nachverhandelt,
wobei der Drittelmix bei Hielscher und Co. immer nur bedeutet: ein Drittel Sozialwohnungen in dem über das Planrecht hinausgehenden Segment.
Das beruht auf der Grundlage des Bündnisses für Wohnungsbau, das der Senat mit der Wohnungswirtschaft kurz nach Antritt von Olaf Scholz mit dem Drittelmix beschlossen hatte, das aber 2016 dahingehend modifiziert wurde, dass der Drittelmix nur noch für die zusätzlichen Wohnungen gilt, was in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist und dadurch verschleiert wird, dass ungebrochen weiter vom Drittelmix geredet wird.

Was Euer Architekt anführt, ist natürlich in allen Punkten sachlich und fachlich richtig, weil er sich auf das Baugesetz bezieht. Dieses ist aber faktisch außer Kraft gesetzt, denn die wesentliche dort vorgegebene Festlegung, dass Befreiungen vom Planrecht nicht den Grundzügen der Planung widersprechen dürften, ist in Hamburg seit Olaf Scholz‘ Schlachtruf: „verdichten, verdichten, verdichten!“ nur noch Makulatur.

Ein Beispiel aus der Bernadottestr., wo das Planrecht eine 4geschossige Bebauung vorschreibt. Vor einem halben Jahr kam ein Bauantrag in den Bauausschuss für eine 8geschossige Bebauung, der dort von allen anderen Parteien durchgewunken wurde. Als ich daraufhin bei der Bezirkeaufsicht des Senats anrief und fragte, was ich gegen diesen völlig ungesetzlichen Beschluss tun könne, wurde mir mündlich und schriftlich mitgeteilt, dass lediglich ein nachbarschaftlicher Eigentümer dagegen klagen könne, was natürlich ein Witz ist, da alle Eigentümer nur auf so einen Beschluss gewartet haben, um nun ihrerseits mit der Aufstockung nachziehen zu können.

In der Friedensallee kurz vor dem Hohenzollernring gab es das Relikt einer ehemaligen Tankstelle. Dort wurde ein Bauantrag gestellt, die geschlossene in der Nachbarschaft geltende geschlossene Blockrandbebauung zu vervollständigen, also die Lücke zu schließen. Dem hätten wir als Linke zugestimmt. Die Bauprüferin hat sich aber an den Bebauungsplan gehalten und beschieden, dass so eine Bebauung nicht möglich, weil ungesetzlich sei. Daraufhin gab es einen neuen Bauantrag, der die Baumasse nahezu verdoppelte, der von der Bezirksamtsleitung einem anderen Bauprüfer zugeteilt wurde. Dieser empfahl dem Bauausschuss die Genehmigung, die dann wie üblich mit 12:2 Stimmen durchgewunken wurde.

Insofern möchte ich Euch nicht allzuviel Hoffnungen machen, Euer Anliegen und Euer Weg ist aber trotzdem und gerade wegen dieser Umstände richtig!
Viele Grüße
Robert Jarowoy

Eduard Reidel – Investor

Wer ist eigentlich Eduard Reidel, der Investor, der den Bunkerneubau anstrebt?
„Die Reidel Unternehmensgruppe hat sich auf den Neubau und die Weiterentwicklung von Wohnimmobilien im Raum Hamburg spezialisiert.“ heißt es im Internet. Geschäftsführer ist Eduard Reidel, Gründung: 2004, Sitz in Gadebusch. Keine eigene Internetseite.

Spezialisiert, wie mir scheint, vor allem auf Bunker-Neubauten, z.B. der „Premium Bunker – The BIG one“ in der Wielandstraße in Eilbek oder das erfolgreich finanzierte und mit vorliegender Baugenehmigung in den Startlöchern stehende Projekt „Premium Bunker Missundestraße – M one“ in Altona.

Über die „RHH Eimsbütteler Straße GmbH“ findet man, dass der Sitz in Gadebusch liegt und sie im Handelsregister beim Amtsgericht Schwerin unter dem Aktenzeichen HRB 12442 registriert ist. Als Tätigkeit/Zweck ist eingetragen: „Der Erwerb, das Halten und Verwalten sowie die Veräußerung von Grundbesitz, insbesondere im Bereich der Eimsbütteler Straße in Hamburg, ausgenommen erlaubnispflichtige Tätigkeiten.“ Mit der Geschäftsführung ist seit 27.04.2016 Eduard Reidel (35 Jahre alt) beauftragt. Bilder findet man im Internet.

Sein Netzwerk und Firmenverknüpfungen sind in einer Grafik bei Northdata dargestellt.

Studentenappartements für über 30 EUR/m²

In Ottensen gibt es ein privates Studentenwohnhaus, die Stuart Student Apartments, da kosten Micro-Appartements teilweise über 30 EUR/m².
Zum Beispiel ist das 15 m² „große“ Appartement DIEK ab 475,- EUR (= 31,67 EUR/m²) zu mieten. Da sind doch die 20 m² von Appartement ALSTERARKADEN ab 595,- EUR (= 29,75 EUR/m²) ein echtes Schnäppchen.

Der BAföG-Höchstsatz beläuft sich für Studierende übrigens auf 670,- Euro pro Monat.

Die schicken, möblierten Wohnungen gibt’s also nur für Töchter oder Söhne reicher Eltern.
Diesen Trend darf die Politik nicht fördern, indem sie sich auf faule Deals mit Investoren einläßt.

„Hohe Kauf­preise, magere Rendite“

Studentena­part­ment als Kapital­anlage: Hohe Kauf­preise, magere Rendite“ schreibt das Magazin Finanztest der Stiftung Warentest in seiner Ausgabe 7/2014 (der Artikel kann auch als pdf geladen werden).
Hier wird dargelegt, warum Investorenversprechungen über hohe Erträge bei Studentenwohnungen als Kapitalanlage oft nicht eingehalten werden.
„Die Preise sind hoch, die Mieterträge im Verhältnis dazu eher bescheiden.“ stellen stellen die Finanz-Tester fest. Das liegt an den hohen laufenden Kosten, Instandhaltungen, Möblierungen … Manchmal werden die Appartements auch für drei bis fünf Jahre einem Mietpool einverleibt, die Einnahmen landen in einem gemeinsamen Topf, aus dem dann auch Mietausfälle ausgeglichen werden. Das ganze Geschäft mit den Studentenappartements ist also ganz und gar nicht als risikolos zu bewerten.

Große Resonanz beim 1. Info-Treffen

Große Resonanz beim Info-Treffen am Dienstag, 7. November im Jasou: Über 40 interessierte Nachbar/innen wollten mehr über den geplanten Bau von 72 Micro-Wohnungen auf dem Bunkergrundstück Eimsbütteler Straße 135 erfahren.

Zu Beginn wurde über die bisherigen Aktivitäten der Nachbarschaftsini berichtet. Danach konnten sich alle ein Bild des geplanten Neubaus anhand einer Präsentation machen.
Alle Teilnehmer/innen wurden zum Aktiven mitmachen aufgefordert und nach der Beantwortung offener Fragen ging es zum gemütlichen Teil des Abends mit sehr angeregtem Nachbarschaftsaustausch über.

Danke an alle, die da waren und die uns unterstützen.

Microwohnungen für Maxirendite

Auf dem Bunkergrundstück in der Eimsbütteler Straße 135 ist der Teilabriß des Bunkers (nur die Seitenwände bleiben stehen) seit März 2017 genehmigt.

Im Bauamt liegen die Baupläne zur Einsicht über den geplanten Neubau: 72 Micro-Appartements, die meisten der geplanten 1-Zimmer-Wohnungen sind kleiner als 25 m².

Der Investor ist Eduard Reidel, Geschäftsführer der „RHH Eimsbütteler Straße GmbH“.

Da in unserem Viertel Altona-Nord nach altem Planrecht eine Bebauungsfestsetzung „W 4 g“ vorgeschrieben ist, also Zahl der Vollgeschosse = „4″ und die Art der Bauweise = „geschlossen“, liegt dem Bauausschuss Altona ein Antrag zur „Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes“ vor, mit drei Punkten:

  1. Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse um 2 Vollgeschoss auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss.
  2. Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der geschlossen Bauweise im Bereich des Staffelgeschosses.
  3. Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper.

Punkt 1) bedeutet, dass 6 Stockwerke plus Staffelgeschoss gebaut werden sollen.=> Abschattung der Wohnungen im Bereich Eimsbütteler Straße 127, 127a, 129, 137 und Glücksburger Straße 3 und 5.
Punkt 2) bedeutet, dass das Staffelgeschoss zur Gründstücksgrenze nach innen verspringt.
Punkt 3) bedeutet, dass in den Innenhof mehrfach gestaffelt gebaut werden soll.=> Verdichtung des Innenhofes. => Anhebung des Lärmpegels durch 40 Balkone im rückwärtigen Bereich.

Nutzungszweck: unbekannt
Studentenwohnungen? Boardinghouse?
Billig wird es jedenfalls nicht! Hier werden Microwohnungen für Maxirendite entstehen.

Was das für den Mietenspiegel bedeutet, kann sich jede/r vorstellen.