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Das Riesen- Geschäft mit den Mini- Wohnungen

Die Mopo hat heute einen intressanten Artikel veröffentlicht.

https://www.mopo.de/hamburg/bau-boom-im-mikro-sektor-das-riesen--geschaeft-mit-den-mini--wohnungen-31471770?dmcid=sm_fb_p&utm_medium=social&utm_source=Facebook#Echobox=1540240907

Auch wenn die in dem Bericht beschriebenen Bauvorhaben noch deutlich größer sind als das geplante Projekt auf unserem Bunkergelände, kann man schon einmal einen Eindruck gewinnen was vermutlich auch auf uns zukommt.

Jetzt ist es amtlich

Der Bauantrag für die ‚Eimsbütteler Straße 135′ ist vom Bauamt Altona genehmigt worden.
Genehmigt wurde der Bau von 70 Mikrowohnungen.
Als Nachbar hat man das Recht Einsicht in den Bauantrag zu nehmen. Den vollen Antrag bekommt man leider nicht zu sehen, aber die Ansichten der Fassaden, der Gebäudegrundriss (nicht die Grundrisse der einzelnen Wohnungen), die Lage auf dem Gelände und ein Plan der Abstandsflächen sind öffentlich. Noch bis zum 28.09.2018 liegt die Mappe mit den einsehbaren Unterlagen im Bauamt Altona (Jessenstrasse 1) im Servicezentrum (Mittwochs geschlossen) für interessierte Nachbarn, die sich ausweisen können, aus. Nach diesem Termin ist vermutlich eine Absprache zur Akteneinsicht notwendig.
Angeblich will der Investor die Nachbarn vor Baubeginn über das Bauvorhaben informieren. Wir sind gespannt und bleiben dran.

Still und starr ruht…

… der Bunker derzeit noch. Bereits im Februar wurde der Bauantrag für die ‚Eimsbütteler Straße 135′ vom Bauausschuss der Bezirksverwaltung Altona genehmigt. Noch aber liegt der Bauantrag (wohl in unveränderter Form) im Bauprüfamt Altona und ist noch nicht abschließend genehmig. Grund dafür ist offenbar der noch nicht abgeschlossene öffentlich rechtliche Vertrag den die Stadt Hamburg mit dem Investor Reidel schließen will. Mit diesem Vertrag soll gesichert werden, dass die von Reidel zugesagten 21 mietpreisreduzierten Wohnungen dann auch wirklich zu den von der Politik ausgehandelten Konditionen vermietet werden. Das der Abschluß solch eines Vertrages so lange dauert erscheint sehr seltsam, noch im Februar hieß es so etwas würde ca. 2 Wochen dauern. Man kann nur ’spekulieren‘ warum Investor und Politik mittlerweile 4 Monate dafür brauchen. Ein wachsames Auge sollten wir auf diesen Vertragsabschluß auf jeden Fall werfen.

Eigentumsverhältnis geklärt

Das Erscheinen der Mitteilungsdrucksache vom 21.02. in der behauptet wird der Bunker sein nie von der BImA verkauft worden und solle auch nicht verkauft werden, sorgte doch für einige Unruhe.
Auf alle Nachfragen bei der Politik zum Thema: „Ist der Investor Reidel nun der Eigentümer des Bunkers, oder behauptet er das nur?“ kam einhellig als Antwort: „Das kann ja nicht sein, dann hätten ja der Investor und die BImA falsche Angaben gemacht.“ oder „Da hat jemand bei der Finanzbehörde schlampig recherchiert.“ Als Maßnahme zur Klärung des Sachverhaltes soll der verantwortliche Mitarbeiter der Behörde nochmal persönlich im nächsten Planungsausschuss darlegen wie er zu der Aussage kam.
Alles sehr vage und unbefriedigend. Da ist der Bürger selbst gefragt. Als Anwohner hat man, bei berechtigtem Interesse, die Möglichkeit ins Grundbuch zu schauen. Das war erstaunlicher Weise überhaupt kein Problem. Eine nette Person im Grundbuchamt konnte innerhalb weniger Sekunden mitteilen wer der aktuelle Eigentümer ist. Die „RHH Eimsbüttler Straße“ (die Firma die Investor Reidl für den Bunkerumbau gegründet hat) ist Eigentümer des Bunkers, vermutlich auch nicht erst seit zwei Wochen, denn dann würde es noch nicht im Grundbuch eingetragen sein.
Immerhin haben wir jetzt Klarheit.

Baugenehmigung erteilt

Jetzt ist es geschehen, der Bauantrag für das Bauvorhaben ‚Eimsbütteler Straße 135′ wurde am vergangenen Dienstag vom Bauausschuss Altona genehmigt. Auch der letzte Bauplan wurde wohl noch einmal überarbeitet um die vom Bauamt geforderten Abstandsflächen zu den Nachbargrundstücken einzuhalten.
Wir müssen nunmehr immer noch von ca.70 Wohnungen ausgehen die offenbar allesamt ‚micro‘ sind. Die in der Zwischenphase mal geplanten wenigen 30-40 qm Wohnungen scheinen ausnahmslos wieder vom Tisch zu sein. Das Gebäude verspringt um eine Stufe weniger in den Hinterhof, die gut 40 Balkone die uns dort beschallen werden bleiben aber nahezu unverändert erhalten (diese Infos nur unter Vorbehalt, da ich die neusten Pläne noch nicht eingesehen habe).

Ob der Bauausschuss Altona einen ‚Deal‘ mit dem Investor gemacht hat und wie dieser aussehen würde konnte ich bis jetzt noch nicht erfahren, habe aber Fragen dazu an die Parteien gerichtet.

Die Verhandlungen gehen weiter

Gestern hat der Bauausschuss Altona wieder getagt und unser Bunker stand auf der Tagesordnung.
Laut Informationen der SPD und der Grünen wurde das Bauvorhaben nicht abschließend beraten, da noch Fragen zum Vorhaben offen sind. Die Beschlussfassung ist vertagt worden.

Für uns Nachbarn ist der Stand der Verhandlungen weiterhin nicht wirklich durchschaubar.
Von der SPD wurde uns aktuell mitgeteilt das ihnen unsere Bedenken bekannt sind und in ihre Beratungen einfließen.
Die Grünen gehen davon aus, dass der Investor auf jeden Fall Microwohnungen bauen wird. Ohne Befreiung vom Bebauungsplan dann allerdings durchgängig als Eigentum und ohne Mietpreisreduzierung. Sie begrüßen preisreduzierte Mietwohnungen anstelle von Eigentumswohnungen die dieselbe Größe haben wie jetzt auch in dem Bauantrag mit den Befreiungen.

Die aktuellen Baupläne stellen im Vergleich zu den den alten Entwürfen kaum eine Verbesserung dar.
- Der Baukörper wird in den Hinterhof hinein etwas weniger gestaffelt
- Das Staffelgeschoß reicht jetzt über die gesamte Bunkerbreite
- Die rechte Außenmauer (zum Parkplatz hin) wird nun doch abgerissen, so kann noch näher an die Grundstücksgrenze gebaut werden und sie gewinnen damit ca. 2 Meter Breite.
- Das Treppenhaus wird verglast, springt etwas vor und befindet sich in der Mitte der Vorderfront

Die Anzahl der Wohnungen bleibt unverändert bei ca. 73 Wohnungen – also weiterhin Microwohnungen – keine Wohnungen für Familien, Paare und Singles die wirklich lange hier wohnen wollen.

Der nächste Bauausschuss tagt am 13.02.18

Ist der Bunker verkauft?

Ist Eduard Reidel oder die „RHH Eimsbütteler Straße GmbH“, deren Geschäftsführer Reidel ist, schon Eigentümer des Bunkers in der Eimsbütteler Straße, oder besteht nur ein Vorvertrag mit der BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben)?

Wir wissen es nicht und wir bekommen es auch nicht raus, denn es sind geheim geschlossene Verträge.
Und das, obwohl sie mit der BImA (die dem Bund, bzw. dem Bundesministerium der Finanzen untersteht) abgeschlossen wurden.

Da auf der Investoren-Plattform „exporo“ über die Reidel Unternehmensgruppe folgender Absatz formuliert steht, glaube ich persönlich nicht an einen endgültigen Kauf des Bunkers in der Eimsbütteler Straße:
„Die von der Reidel Unternehmensgruppe durchgeführten Projekte werden vor Ankauf hinsichtlich der Bausubstanz und der wirtschaftlichen Durchführbarkeit detailliert untersucht. Erst nach erfolgreicher Prüfung des Projekts und der aktuellen Marktlage entschließt sich der Projektträger zu Ankauf und Realisation […].“

Der Bauausschuss hat bis heute nicht über die Befreiung des Bebauungsplanes entschieden, die Verhandlungen laufen immer noch.
Kein vernünftiger Investor würde einen Bunker mit Abrisskosten von geschätzten 1 Mio. € kaufen, ohne eine renditeträchtige Baugenehmigung sicher zu haben.

Reidel wird kaum nur 4 Stockwerke in geschlossener Bauweise bauen, wie es der Bebauungsplan vorsieht.
Er wird kaum auf zwei Stockwerke + Staffelgeschoss verzichten und er wird auch nur schwer auf die gestaffelte Bebauung im hinteren Bereich verzichten wollen.
Damit würde er nämlich auf deutlich mehr als ein Drittel des Bauvorhabens verzichten.

=> Es besteht also immer noch Hoffnung, dass der Bunker nicht verkauft ist, und wir sollten getrost weitermachen mit unserem Protest, der immerhin dazu geführt hat, dass der Bauausschuss bis heute keine Entscheidung getroffen hat.

Was sagt die FDP zum Bauprojekt?

Auch wenn die FDP nicht jedem einzeln auf die ‚Bürger-Mails‘ geantwortet hat ist sie von Anfang an mit dabei. Schon seit dem ersten Termin des Bauausschusses stehen wir mit Herrn Flemming in Kontakt. Sein letztes Schreiben möchte er hier für alle veröffentlichen:

Liebe Frau (…),

gerne nehme ich noch einmal Stellung zum Thema Bunker in der Eimsbüttler Straße. Zunächst einmal haben Sie wahrscheinlich bereits gehört, dass der Punkt nur informatorisch im Bauauschuss behandelt wurde. Eine Vorlage des Amtes war wegen bestehender Uneinigkeit mit dem Bauherrn noch nicht möglich. Es bleibt daher noch Zeit mit Ihnen und Ihren Nachbarn im Gespräch zu bleiben. Die Vielzahl an Eingaben war in jedem Fall hilfreich für die Diskussion mit dem Amt und dem Bauherren.
Der Bauherr hat das Grundstück erworben. Beim Erwerb wurden ihm keine außergewöhnlichen Auflagen gemacht. Die politische Mehrheit in der Stadt schwimmt im Augenblick auf der Welle der Mikrowohnungen. Unter anderem natürlich auch, weil sich dadurch die zahlenmäßigen Vorgaben des Senats in Bezug auf den Wohnungsbau leichter realisieren lassen. Das Hauptbedenken gegen das Vorhaben liegt in der noch fehlenden Bereitschaft wenigstens teilweise Mieten entsprechend den Vorgaben aus dem Förderprogramm, sprich Sozialwohnungen, in ausreichendem Umfang zuzusagen. Verhindern läßt sich der Bau jedoch letztlich nur, wenn der Bauherr nicht auf die bisher gewünschten Befreiungen verzichtet. Am geltenden Baurecht kommt der Bezirk nicht vorbei.

Wie ich Ihnen am Telefon bereits gesagt habe, ist unser Verständnis für die nachbarschaftlichen Bedenken in dem Quartier vorhanden. Der geplante Bau mit der geplanten Belegung wirkt wie ein Fremdkörper. Grundlage für die endgültige Entscheidung des Amtes und des Bauausschusses ist vor allem das Baurecht. Die von mir vorgeschlagenen Behandlung des Vorhabens im Planungsausschuss wurde von den anderen Fraktionen überwiegend nicht unterstützt. Der wesentliche Grund dafür ist, dass auch der Planungsausschuss nicht am Baurecht vorbei kann. Die Frage der nicht angebotenen Stellplätze entspricht der von der SPD geschaffenen rechtlichen Situation. Eine Auswirkung auf den Mietenspiegel ist denkbar. Eine Begründung für eine Verhinderung des Baus kann darin jedoch nicht liegen. Sonst müßte die gesamt Bautätigkeit für Wohnungen eingestellt werden.

Für ein Gespräch mit Ihnen und auch weiteren Quartiersbewohnern steht die FDP gern zur Verfügung. Manchmal ergibt sich aus dem direkten Austausch doch noch eine förderliche Perspektive.

Lorenz Flemming
Vorsitzender FDP Fraktion in der BV Altona

Bauarbeiter am Bunker

Miss Marple war wieder mit offenen Augen unterwegs:
Die Halteverbotsschilder vor dem Bunker, die gestern aufgestellt wurden, ließen sie wachsam sein. Die Aufschrift „Stadtreinigung“ konnte sie nicht einen Moment täuschen.

Und tatsächlich: Heute waren Männer in Arbeitswesten beim Bunker (u.a. der Firma Spie und ATS, Firmenwagen mit Kennzeichen aus Mecklenburg Vorpommern und Rendsburg), die vor dem Bunker gebuddelt und erkundet haben.
Auf Anfrage sagten sie, sie machen den Bunker stromlos, dafür mussten sie auf der Straße buddeln.

Danach wurde hinter dem Bunker ein Kasten abgebaut.

Dauerte insgesamt ca. 3 Stunden.

Investor gesichtet

Dieser aufmerksamen Nachbarschaft entgeht doch nichts!
Heute Vormittag wurde ein Mann gesichtet, der wie der Investor Eduard Reidel aussah, wie er in weiblicher Begleitung für längere Zeit in den Bunker ging. Ca.eine halbe Stunde später düsten sie in ihrem Mercedes mit Schweriner Kennzeichen wieder davon.

Holzauge sei wachsam!