Beiträge von Postamt

Bericht aus dem Bauausschuss

Es hat ein bisschen gedauert, aber hier nun ein Bericht aus dem Bauausschuss, wo unsere Fragen nach Beschluss der Bezirksversammlung beantwortet werden sollten:

Gesprochen wurde noch auf Grundlage der alten Planung. Die neue Planung (weniger tief in den Hinterhof, größeres Staffelgeschoss, immer noch ca. 70 Mikrowohnungen) ist zwar offensichtlich einigen schon bekannt, aber lag noch nicht endgültig/offiziell vor. Eine Entscheidung wird frühestens am im Bausausschuss am 9.1., wahrscheinlicher jedoch erst Ende Januar/Anfang Februar fallen.

Zur ersten Frage:

  • Herr Jarowoy von Die Linke hat lange und sehr zu unseren Gunsten geredet, aber außer uns hat ihm recht offensichtlich niemand zugehört.
  • Von der FDP wurde zwischendurch daraufhin gewiesen, dass es der Drittelmix keiner ist, weil es keine Sozialwohnungen gibt sondern lediglich preisgedämpfte Mieten (weit jenseits von Sozialmieten).
  • CDUSPDGRUENE argumentieren weitgehend einheitlich, von diesen Parteien haben Vertreter direkt mit dem Investor verhandelt
  • Es haben alle Parteien erklärt, dass sie die ursprüngliche Staffelung in den Hinterhof nicht akzeptieren würden.
  • Die Extrageschosse bzw. Höhe haben eigentlich alle akzeptiert.
  • Der falsche Drittelmix (nicht sozial sondern nur preisgedämpft) soll wohl über die gesamte Wohnungsanzahl gelten, haben die Verhandler mit dem Investor bestätigt.
  • Herr Trede von den Grünen hat uns (also den engagierten NachbarInnen) noch vorgeworfen, daß wir ja alle mindestens 2 Autos hätten und deshalb gar nicht über die Parksituation meckern dürfen. (Anmerkung des Setzers: In unserem Haushalt gibt es schon mal kein Auto.)

Das Problem, dass auch nach neuem Plan nicht weniger Balkone den Hinterhof beschallen, hat niemand angesprochen.

Zur zweiten Frage:

  • Es wurde unisono erklärt, dass natürlich richtige Wohnungen besser wären. Aber da im Viertel ja auch „normale“ Wohnungen gebaut werden, würde das schon passen. Allerdings wurde der Viertelradius (incl. neue Mitte und Stresemannstraße) ziemlich ausgeweitet.
  • Gleichzeitig habe alle darauf hingewiesen, dass InvestorInnen Gestaltungfreiheit haben.

Zur dritten Frage:

  • Von allen dahingehend beantwortet, dass die Sozialen Erhaltungsverordnungen bei Neubauten gar nicht gelten, weil das ja neue Anwohner seien, die können sich zusammensetzen, wie sie wollen. Nur bei bestehenden Wohnungen will man die Änderung der Zusammensetzung der Anwohner verhindern. Altona-Nord bekommt wohl erst 2018 oder 2019 eine Soziale Erhaltungsverordnung.

Zur vierten Frage:

  • Die vierte Frage wurde quasi nicht beantwortet, da das erst nach der Entscheidung relevant würde. Dann wird von den entsprechenden Ämtern geprüft.

Sonstiges:

  • Zwischendrin ging es nochmal um den Verkauf des Bunkers. Es ist tatsächlich so, dass nicht der Bund die Stadt fragen muss, ob sie den Bunker haben will, sondern die Stadt muss aktiv werden. Die Grünen im Bund haben recherchiert, das keine Rückabwicklung des Vertrags mehr möglich ist. Deshalb denkt die CDU darüber nach, ob die Stadt das Grundstück (teuer) vom Investor kaufen könnte.
  • Laut Verhandlungsgruppe hat der Investor zugesichert, dass definitiv kein Boardinghaus geplant ist. Die Wohnungen sollen auf den freien Mietmarkt kommen. Allerdings hat er nicht gesagt, ob möbliert oder unmöbliert.
  • Von der FDP wurde darauf hingewiesen, dass wenn wir zu heftig Lärm machen oder der BA nicht auch im Investorensinne entscheidet, könnte der Investor sich an die Senatskommission wenden und die winke alles durch, wo „Wohnung“ draufsteht.
  • Der Vertreter vom Bauamt hat am Schluss noch darauf hingewiesen, dass der Bau keinen Einfluss auf den Mietspiegel hätte, weil Wohnungen unter 25 m² nicht berücksichtigt werden. Größere würden lediglich den Teil beeinträchtigen, der Wohnungen betrifft, die nach 2011 gebaut wurden. (Frage des Setzers: Heißt das im Umkehrschluss, dass die Mikrowohnungen dann auch keiner durch den Mietspiegel unterliegen?)

Der Stadtteil ist ideal für Familien mit Kindern, die nicht aus der Stadt ziehen wollen!

Wir freuen uns, dass nicht nachgelassen wird, und veröffentlichen die Mail von Janosc an die Mitglieder des Bauausschusses:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bestimmt haben Sie in den letzten Tagen und Wochen bereits einige Nachrichten von Anwohnern in der Nähe des Hochbunkers bekommen.

Auch ich möchte Ihnen hiermit meine Meinung und Einstellung zu diesem Projekt näher bringen.
Ich wohne seit drei Jahren in dieser Nachbarschaft und habe Diese Gegend als gemeinschaftlich sehr stark kennengelernt. Die Straßen um den Platz ohne Namen sind durch sehr viele Familien geprägt. Viele Anwohner engagieren Sich für die Nachbarschaft und man ist gemeinsam bemüht die Verlorenheit der Nachbarschaft durch die umliegenden großen Straßen zu kompensieren. Events beim Gemüsehändler, Privat organisierte Flohmärkte, Sommerfeste für Kinder, und Grillfeste sind nur einige der Ergebnisse dieses Engagements. Der Stadtteil ist ideal für Familien mit Kindern, die nicht aus der Stadt rausziehen wollen, da auch die Zentrumsnähe mit den Kulturellen Angeboten erhalten bleiben sollen.
Was hier benötigt wird sind Wohnungen für junge Familien, die Ihren Kindern ein Stadtleben ohne die immer weiter voranschreitende Anonymisierung der Großstadt ermöglichen wollen.
Unangebracht sind meiner Meinung nach Wohnungen, welche die Rastlosigkeit und Ungebundenheit der Gesellschaft unterstützen. Möblierte Mikroappartements, mögen sie auch nur 22 € den Quadratmeter kosten, tragen nicht zur nachhaltigen Stadtentwicklung bei. Mögliche Anwohner des besagten Projekts werden durchaus Studenten sein. Jedoch welche, die über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen. Dies bringt vielfach auch den Besitz eines Fahrzeuges mit sich. Auch sind die Wohnungen sicherlich für Geschäftsleute interessant die die Woche in der Stadt zum arbeiten sind. Diese werden ihre Einkünfte und Ihr mögliches Engagement jedoch sicherlich nicht in der Nachbarschaft geschweige den der Stadt Hamburg lassen. Aus diesen Gründen sehe ich die Argumentation des potentiellen Bauträgers, dass ein Mikroappartementblock ein Gewinn für die Nachbarschaft und/oder die Stadt wäre, als nich nachhaltig und nicht ehrlich an.

Der Ausbau des Bunkers ist meiner Meinung nach absolut sinnvoll und auch der Antrag aus 6 Stockwerke sogar den Antrag für das Staffelgeschoss finde ich auf Grund des umliegenden Gebäudebestands sinnvoll. Hierbei sollte jedoch auf einen ordentlichen Anschluss der Dachansätze zu dem danebenliegenden Haus Nr. 129 sowie zu dem dahinter liegenden Haus Glücksburger Straße Nr. 3 geachtet werden. Auf diese Weise wäre der Ausbau ein Gewinn für das Stadtbild und nicht ein retortenplan zur möglichst effizienten Gewinnsteigerung. Auch der sehr ausladende Ausbau in den Innenhof mit 49 Balkonen ist unangebracht unpassend und kann nur durch mögliche Profitmaximierung erklärt werden. Bereits heute ist der Innenhof zu dem auch dieser Bunker gehört ein Geräuschkessel, in dem bei Feiern oder spielenden Kindern der Lärmpegel steigt. Die geplanten 40 Balkone die zu den Mikroappartements gehören werden die Anzahl an Balkonen ca. Verdoppeln. Hierdurch und durch die stetig wechselnden Mieter, die kein Interesse an eine nachhaltige Bindung mit der Nachbarschaft haben, wird hier eine andauernde Geräuschkulisse erzeugt, welche dem Zusammenhalt sogar noch schaden wird. Hier wäre ein Haus mit Familiengerechten Wohnungen mit einem sich nach oben verjüngenden Ausbau, der Terassenflächen generiert wesentlich passender, da auch hier ein Gewinn der rückseitigen Fassadengestaltung und der direkten Nachbarschaft das Ergebnis wären.

In der neuen Mitte Altona wurden viele Baugemeinschaften mit einbezogen, solange die geplanten Konzepte ein nachhaltiges Wohnen verfolgten. Familien, Paaren und Singles hier die Möglichkeit zu geben sich ein Zuhause zu schaffen, wäre für die Stadt und die direkte Nachbarschaft ein unschätzbarer Gewinn. Warum solch eine Nachhaltige Stadtentwicklung nicht grundsätzlich verfolgt und stattdessen zusätzlich der Drittelmix abgeschafft wird kann ich leider nicht nachvollziehen.

Ich hoffe das Sie ihre Stimme im Bauausschuss dazu nutzen werden, der Stadt Hamburg und der direkten Nachbarschaft eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen und das Profitgebahren einer einzelnen Firma hinter die Interessen der Hamburger Anwohner stellen werden.

Ich freue mich über Antworten und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Janosc

Für einen bezahlbaren Wohnraum, der in das hiesige Viertel passt!

Während erste Rückmeldungen aus der Politik zeigen, dass wir wahrgenommen werden, freuen wir uns, dass sich nun auch Raimund an den Bauausschuss gewandt hat:

Sehr geehrte Damen und Herren vom Bauausschuss,

als Anwohner direkt gegenüber dem Bunker in der Eimsbütteler Str. 135 habe ich zu meinem Bedauern erst in den letzten Tagen aus der Nachbarschaft und zuletzt auch aus der Presse von den aktuell geplanten Baumaßnahmen erfahren. Gelinde gesagt bin ich etwas überrascht, dass ich als hiesiger Bürger dieses Viertels zuvor bislang von diesem Bauvorhaben nicht in Kenntnis gesetzt und informiert worden bin. An dieser Stelle hätte ich mir mehr bürgernahe Transparenz über das geplante Bauvorhaben gewünscht. Anmerken möchte ich, dass ich möglicherweise diesbezügliche Ankündigungen in der Tagespresse aber auch überlesen habe. Falls dies so zutreffen sollte, bitte ich mein diesbezüglich geäußertes Unbehagen zu entschuldigen.

Wenn ich richtig informiert worden bin, ist in der Eimsbütteler Str. 135 derzeit der Bau von 73 Mikrowohnungen größtenteils in der Größe von ca. 22 qm angedacht. Damit stellt sich die Frage, ob ein Bedarf solcher Wohnungen im hier gewachsenen Viertel in dieser Form überhaupt vorhanden ist. Es gehört meines Erachtens nicht viel Fantasie dazu, diese Frage zu beantworten.

Bei Durchführung des angedachten Bauvorhabens ist zu erwarten, dass die Mietpreise dieser Mikrowohnungen in keinem Verhältnis zu den bisherigen ortsüblichen Mieten stehen werden. Sehr wahrscheinlich werden die neuen Mieten zu einer Erhöhung des Mietenspiegels beitragen. Das kann angesichts der schon jetzt angespannten Wohnungsmarktsituation in Hamburg politisch nicht gewollt sein. Eine Vermietung der Wohnungen an Studenten wird bei den zu erwartenden Quadratmeterpreisen nicht realistisch sein.
Zu befürchten ist angesichts der derzeit geplanten Wohnungsgrößen, dass stattdessen Firmen diese Mikrowohnungen für ihre Mitarbeiter variierend nutzen werden, quasi als Boarding-House bzw. diese Wohnungen von Personen übergangsweise angemietet werden, die hier eigentlich gar nicht wohnen und ihren Lebensschwerpunkt haben wollen.

Die geplanten Mikrowohnungen passen nicht in diese Nachbarschaft und das hiesige Viertel.

Bei 73 neuen Wohnungen ist außerdem damit zu rechnen, dass die schon jetzt sehr problematische Parkplatzsituation sich weiter anspannen wird, auch weil nach meinem Kenntnisstand trotz geplantem Neubau keine neuen Parkplätze errichtet werden sollen.

Wir wünschen uns durch den Abriss des Bunkers stattdessen ein Wohnungsangebot für unseren Stadtteil, ein Angebot, dass hier auch wirklich her passt, ein Angebot für werdende Nachbarn, die hier längerfristig wohnen wollen und den Wohnraum auch bezahlen können, gemischt für Familien, ältere Menschen, etc.. Der Abriss des Bunkers soll zu einer Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität im Viertel beitragen. Dies setzt bezahlbare Wohnungen in variierenden Größen voraus.

Ich habe große Sorge, dass die Belange der hiesigen Bürger dabei nicht angemessen und adäquat berücksichtigt werden.

Ich appelliere deshalb an Ihre Verantwortung und an Ihr Gewissen als von uns Bürgern gewählte und im Bauausschuss tätige Person, Ihre Entscheidung nicht nur sorgfältig und gewissenhaft, sondern auch mit der dazu notwendigen und erforderlichen Zeit zu überdenken. Eine unmittelbare kurzfristige Befürwortung des aktuell geplanten Bauvorhabens schon am 14.11.2017 halte ich als betroffener Bewohner für verantwortungslos und Ihrer Rolle als Mitglied des Bauausschusses für unwürdig. Bitte beziehen Sie in Ihre Entscheidung auch die zweifelsohne berechtigten Sorgen und auch Anregungen besorgter Bürger für einen bezahlbaren Wohnraum, der in das hiesige Viertel passt, in Erwägung. Angesichts allgemeiner Übereinstimmung der vorhandenen Wohnungsknappheit ist eine sinnvolle und Bebauung des Bunkers unbestreitbar nachvollziehbar und vertretbar. Allerdings nicht als Fremdkörper mit möblierten Mikrowohnungen zu überhöhten Preisen oder als Boarding-House, damit ohne Zweifel ins hiesige Viertel nicht passend und dies möglicherweise nur einer maximalen Profitabilität geschuldet.

Auch mit größeren und sozialverträglichen Wohnungen auf dem vom Bunker selbst belegten Areal sollte das Objekt für einen Investor interessant sein!

Ich bitte Sie deshalb freundlich, am 14.11.2017 im Bauausschuss Ihrer städtebaulichen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper zu stimmen.

Über eine Mitteilung Ihrerseits über Ihre Entscheidung im Bauausschuss am 14.11.2017 und die diesbezüglichen weiteren Bauplanungen wäre ich Ihnen sehr zu Dank verbunden.

Mit freundlichen Grüßen

Die Entwicklung des Stadtteils sinnvoll lenken!

Es gibt kein Nachlassen. Auch Franziska hat sich mit einer Mail an alle zuständigen Politiker gewandt:

Sehr geehrte/r.,

ich habe erfahren, dass in der Eimsbüttler Straße 135 ein Bauprojekt geplant ist – der Bunker dort soll zu Wohnraum umgebaut werden. Das begrüße ich sehr, in Hamburg mangelt es sehr an bezahlbaren Wohnungen. Allerdings irritiert mich sehr, dass dort Mini-Wohnungen mit sehr hohen Quadratmeterpreisen geplant sind. Statt Familien sollen dort Geschäftsleute und besserverdienende Singles einziehen ? Der Mietenspiegel wird durch solche Projekte weiter in die Höhe getrieben, so dass auch die Wohnungen in der Umgebung teurer werden. Es gibt eh schon zu wenig Parkplätze, nachts werden hier die Bürgersteige zugeparkt, das wird durch diese Mini-Wohnungen sicher nicht besser.

Es ist meiner Meinung nach die Aufgabe der kommunalen Politiker, die Entwicklung des Stadtteils sinnvoll zu lenken, statt die Objekte kommentarlos irgendwelchen Investoren zu überlassen, denen das Gemeinwohl völlig egal ist. In Hamburg fallen jedes Jahr hunderte Wohnungen aus der Sozialpreisbindung heraus, ohne dass in vergleichbarem Umfang neue Sozialwohnungen entstehen. Der Hamburger
Wohnungsmarkt bietet für Besserverdienende eine sehr gute Auswahl, während Geringverdienende immer weniger Chance haben, eine Wohnung zu finden.

Bitte stehen Sie zu Ihrer Verantwortung für die Bewohner des Stadtteils und sorgen Sie dafür, dass bei diesem Projekt bezahlbare Wohnungen gebaut werden, die eine familienfreundliche Größe haben, und stimmen Sie gegen „Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten
Baukörper“, so dass neue Verhandlungen mit dem Investor möglich sind.

Mit freundlichen Grüßen

Nicht nur Rücksicht auf die Wünsche des Investors

Auch Helge hat zum Bauvorhaben im Bunker Eimsütteler Str. 135 die Politik angeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wohne in der Eimsbütteler Str. xyz im EG. Meine Wohnung liegt direkt an der Grundstücksgrenze, ich bin daher unmittelbar von dem Bauvorhaben betroffen.

Wie mir bekannt ist, wird wohl zeitnah entschieden ob den Anträgen des Investors auf Befreiung des zurzeit geltenden Baurechts stattgegeben wird:
Überschreitung der sonst üblichen viergeschossigen Bauweise im Viertel
Abweichung von der geschlossenen Bauweise im Bereich des Staffelgeschosses, also Aufweichung der Grundstücksgrenze nach hinten
Möglichkeit der mehrfach gestaffelten Bauweise, dadurch erhebliche Verdichtung des Innenhofs
Durch dieses Bauvorhaben wird meines Erachtens der finanzielle und qualitative Wert der unmittelbar angrenzenden Wohnungen (die im unteren Bereich liegenden Wohnungen erheblich) gemindert.

Dazu stelle ich mir folgende Fragen:
Was würde das für die unmittelbar betroffenen Parteien bedeuten? (und im Weiteren für das Wohnquartier)
Was genau würden Sie an meiner Stelle machen? Zurzeit bliebe mir ja nur die Möglichkeit einer Klage wegen langfristiger Wertminderung meiner Immobilie.
Im Gegensatz zu der positiven Darstellung des Investors (u.a. Wertsteigerung des Eigentums) stehe ich dem mit folgenden Punkten kritisch gegenüber:

Durch die gestaffelte Bauweise und damit Bebauung des Innenhofes bis zur Grenze des Erlaubten stellt es weder für mich noch für die neuen Nachbarn eine erhöhte Wohnqualität dar.
Da die geplante Bebauung des ohnehin schon engen Innenhofes den Lichteinfall erheblich reduzieren wird, führt die Verschattung der angrenzenden unteren Wohnungen dann zu einem schlechteren Wohnklima, ausgelöst durch reduzierte Sonneneinstrahlung und verminderte Luftzirkulation. Das Ergebnis wäre mE eine kellerähnliche Wohnqualität (dunkel und feucht).
Die überdurchschnittlich vielen Wohnungen werden mit Sicherheit auch zu einem erhöhten Lärmpegel führen sowie die schon vorhandene Parkplatznot in den angrenzenden Straßen noch verstärken.
Mir klingt das Wort Mietpreisbremse noch sehr in den Ohren.. wo genau wird die hier angesetzt? Ich höre von Quadratmeterpreisen von 22-28 €. Die Möblierungen der Wohnungen hebeln die „Bremse“ hier meines Wissens aus. Wie würde so eine Ausstattung aussehen damit man in den Bereich „Möblierung“ kommt?

Geht es den Beteiligten um den Erhalt des Mietenspiegels und sollen dem Investor trotzdem am Ende Gewinne ermöglicht werden, so wäre dies ja bestimmt machbar, würde jedoch länger dauern. Ich habe aber das Gefühl, dass hier möglichst schnell möglichst viel Gewinn erwirtschaftet werden soll und das macht mir Sorgen für die Zukunft unseres Wohnviertels.

Ich wünsche mir hier sehr einen offenen Austausch um gemeinsame Lösungen zu finden, da eine grundsätzliche Schaffung von Wohnraum auch in diesem Viertel sehr zu begrüßen ist, das möchte ich hier ausdrücklich betonen. Aber bitte mit Rücksicht auf die durchmischte Struktur (Singles, Familien, SeniorInnen) und nicht nur mit Rücksicht auf die Wünsche des Investors. Ich möchte Sie bitten, diesem Antrag nicht zuzustimmen.

Eine zugepflasterte Grünfläche ist wenig vorteilhaft.

Hier ist gerade noch die Mail von Heiner an die fünf im Bauausschuss vertretenen Parteien eingetrudelt:

Sehr geehrter XY,

durch Gespräche in der Nachbarschaft bin ich auf die geplante Bebauung des o. g. Grundstücks aufmerksam geworden.

Neue Wohnugen in unserer Ecke anstatt Bunker ist natürlich klasse und ich begrüße es.
Wie aber auf dieser Grundfläche so viele „Wohnungen“ entstehen können/sollen, ist mir ein Rätsel.
Wohnungen mit einer Größe von 70 – 80 Quadratmetern für kleine Familien sind hier sicherlich hilfreicher als die geplanten Kanickelställe..
Und, aus welchem Grund soll der rückwärtige Teil des Grundstücks ebenfalls noch bebaut werden dürfen? Eine zugepflasterte Grünfläche ist sowohl für die zukünftigen Bewohner als auch die vorhandene Nachbarschaft wenig vorteilhaft.

Auch mit größeren Wohnungen auf dem vom Bunker selbst belegten Areal sollte das Objekt für einen Investor interessant sein. Klar mit kleineren Wohnungen läßt sich mehr Geld pro Quadratmeter machen….

Die Parkplatz- und PKW-Verkehrssituation ist hier bereits jetzt ein Grauen. Ab 18 Uhr werden auch du letzten Ecken an den Kreuzungen zugeparkt.
Tempo-30 Zone ist hier bereits jetzt ein Lacher, da die Schilder missachtet werden. Bei ständig wechselnden Bewohnern der Micro-Appartments wird dieser Umstand sicherlich nicht verbessert.
Bewohner, die hier ein neues Zuhause finden, achten sicherlich auf ein angemessenes Tempo, zumal hier gerade am Morgen sehr viele Kinder unterwegs sind.

Ein weiterer Punkt ist sicherlich die Frage: wo sollen zukünftig die 10 Abfallcontainer stehen, die vor dem Bunker platziert sind? Diese sind bereits jetzt permanent überfüllt (werden also benötigt und genutzt).

Ich bitte Sie, dem Investor eine Bebauung lediglich auf die Grundfläche des Bunkers zu genehmigen. Ein 6 – 7 stöckiger „neuer Bunker“ mit noch gewaltigeren Dimensionen passt einfach nicht hier hin.

Mit freundlichem Gruß

Warum macht man so etwas?

Auch Lars hat eine Mail an Bauausschuss und Fraktionen geschickt:

Guten Abend XY

ich habe letzte Woche von meinen Nachbarn erfahren, welche Baumaßnahmen für den Bunker in der Eimsbüttlerstrasse 135 geplant sind. Ich bin ein wenig erschrocken darüber, wie weit die Planungen bereits vorangeschritten sind ohne, dass auch nur eine Information zu uns durchgedrungen ist.

Ist es richtig, dass dort 73 Mikrowohnungen gebaut werden sollen?
Warum macht man so etwas?
Möchte man mit aller Macht und auf Kosten der Nachbarschaft, die Statistik der Neubauwohnungen nach oben treiben?
Was bringen diese Wohnungen für die Nachbarn?

Wir leben hier in einem Viertel mit vielen Nachbarschaftsveranstaltungen. Der Zusammenhalt ist einzigartig. Man kennt sich, grüßt sich und unternimmt gemeinsam etwas.

Warum wird auf ein gewachsenes Miteinander nicht geachtet. Warum werden dort keinen Wohnungen für Familien, Ältere Mensche etc. gebaut. Menschen, die in diesem Viertel heimisch werden, sich damit identifizieren, es gestalten.

Leute, die sich für sehr viel Geld Schuhkartons als Wohnungen zulegen, wollen damit entweder reine Gewinne erzielen oder sind Wochenendfahrer, die sich für das Viertel nicht interessieren.

Warum ist der Träger keine Genossenschaft sondern wieder ein Investor, der auf Kosten von anderen sein Gewinn maximiert ?

Ich möchte auf all die anderen Argumente, die gegen diese Mikrowohnungen sprechen wie die Parkplatzsituation, Steigerung des Mietspiegels etc etc nicht eingehen. Ich denke, die kennen sie.

Mir ist ihre persönliche Meinung zu dem Thema leider nicht bekannt, ich möchte mit dieser Mail sie als Politiker nur daran erinnern, bitte
Entscheidungen zum Wohle der BürgerInnen zu treffen. Wenn sie das tun, wird es mich sehr freuen.

Mit freundlichem Gruss

Die einzigartige Nachbarschaft bewahren!

Auch Fabian hat uns seine Email an den Bauausschuss zur Veröffentlichung überlassen:

Liebe Mitglieder des Bauausschusses, Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie wegen des geplanten Abrisses und Neubaus des Hochbunkers in der Eimsbüttler Strasse 135.

Wie ich erfahren habe soll der Bunker zugunsten eines Investoren-Projektes mit mehreren dutzend „Mikro-Wohnungen“ abgerissen werden, außerdem liegt dem Bauausschuss eine Ausnahmegenehmigung vor den Neubau auf bis zu 6 Stockwerke plus Staffelgeschoss auszubauen. Als Anwohner der Glücksburger Straße mit gemeinsamen Hinterhof zum Bunker appelliere ich an ihre städtebauliche und soziale Verantwortung und bitte Sie diese Ausnahmegenehmigung abzulehnen und möchte Ihnen im Folgenden erläutern wieso. Außerdem möchte ich betonen, dass ich nicht generell gegen eine Neubebauung des Bunkers bin, sondern gegen den aktuellen Plan der Neubebauung.

Unser Stadtteil in Altona-Nord rund um den „Glücksburger Platz“ lebt von einer einzigartigen nachbarschaftlichen Initiative. Hier lebt man miteinander und nicht in großstädtischer Anonymität nebeneinander: Wir veranstalten gemeinsame Open-Air-Abendessen, bieten nachbarschaftliche Fahrradreparaturen auf dem Platz an, betreuen gegenseitig die Kinder auf dem Hinterhof-Spielplatz, unterstützen uns wo wir können und freuen uns über den regelmäßigen Klönschnack bei unserem kleinen Bio-Gemüsehändler. Diese Nachbarschaft ist also etwas ganz besonderes und lebt von Menschen die sich für Ihren Stadtteil verantwortlich fühlen und engagieren.

Die geplanten „Mikro-Wohneinheiten“ passen nicht in diese Nachbarschaft, weil keinesfalls – wie propagiert – Singles, Studenten oder Rentner die Zielgruppe für dieses „Luxus-Bauvorhaben“ sind, sondern besserverdienende Wochenpendler, „AirBnB“-Mieter oder Angestellte die für kurze Projektphasen ein möbliertes Zimmer in Hamburg benötigen. Diese Menschen engagieren sich aber nicht in einem Stadtteil der nur temporär ihr zuhause und niemals ihre Heimat ist. Des weiteren wirken sich die über 40 zusätzlichen Balkone sowie der geplante pyramidenförmige Einbau negativ auf das Platzangebot, die Atmosphäre und vor allem die Lautstärke in unserem Innenhof aus. Die ohnehin angespannte Parkplatzsituation wird sich durch solch ein „Boardinghouse“ massiv verschlechtern.

Statt eines solchen Projektes wünschen wir uns, dass der Abriss des Bunkers genutzt wird um das Wohnungsangebot in unserem Stadtteil zu verbessern. Und zwar durch bezahlbare Wohnungen in mannigfaltigen Größen um Studenten, alten Menschen aber auch Paaren und Familien mit Kindern aus allen Einkommensklassen eine Wohnoption zu bieten. Der Drittelmix aus Eigentumswohnungen, Mietwohnung und Sozialwohnung sollte hier berücksichtigt werden. Der Neubau sollte sich optisch in die bestehenden 4-geschossigen Häuser einreihen und den Hinterhof nicht weiter verkleinern.

Deswegen erwähne ich es erneut: Werden Sie ihrer städtebaulichen und sozialen Verantwortung gerecht und stimmen Sie auf der kommenden Ausschusssitzung gegen die vorliegende Ausnahmegenehmigung und sorgen Sie dafür dass bezahlbarer Wohnraum für Menschen geschaffen wird die sich für den Stadtteil engagieren und vom bestehenden Engagement des Stadtteils profitieren. Bringen Sie Wohngenossenschaften mit ins Spiel die sozialverträglichen Wohnraum schaffen anstatt einem Investor sein Projekt zur Renditemaximierung zu realisieren.

Mit nachbarschaftlichen Grüßen

Es wird ja sicherlich gute Gründe geben, warum das Bauamt Bauvorschriften erlässt!

Brief von Petra & Mario an Bauausschuss und Fraktionen:

Sehr geehrte XY,

Bei einem Info-Abend dieser Woche, zu dem Hochbunker-E135, organisiert von interessierten Bürgern dieses Viertels, habe wir erfahren, dass der Abriss des Bunkers sowie die Entstehung von 73 Micro-Wohnungen, die meisten davon sollen unter 25 qm große Ein-Zimmer –Appartements sein, geplant ist.

Am Dienstag, den 14.11.17, soll unserer Information nach, der Bauausschuss Altona über eine Ausnahmegenehmigung abstimmen, die, anders als im Bauplan vorgesehen, dem Investor ermöglicht, sechs statt vier Geschosse plus Staffelgeschoss zu errichten und nach hinten gestaffelt, statt geschlossen zu bauen. Damit soll dem Investor mehr Grundfläche für seine geplanten Micro-Wohnen geschaffen werden.

Wir befürworten sehr den Abriss des Bunkers und auch das Entstehen neuen Wohnraumes aber nicht zu lasten der Umgebung. 6 Geschosse + Staffelbau, 40 Balkone, die, zu dem eh schon sehr engen Hinterhof, entstehen sollen, bedeuten eine erheblich Steigerung der Geräuschkulisse für Anwohner/innen der Eimsbütteler Strasse, wie auch der Glücksburger Strasse. Parkplätze sind jetzt schon kaum zu finden.

Es wird ja sicherlich gute Gründe geben, warum das Bauamt Bauvorschriften erlässt. Diese aufzuweichen, nur damit 73 renditeträchtige Micro-Appartements entstehen, sehe wir nicht ganz.

Was wir brauchen, sind bezahlbare Wohnungen für Jung und Alt, Familien, Paare und Singles, daher appelliere wir an Ihre soziale Verantwortung, sich gut zu überlegen, wie Ihre Abstimmung zu diesem Thema ausgehen soll.

Über eine Mitteilung ihrerseits, wie sich das Bauvorhaben weiterentwickeln wird, wären wir sehr erfreut.

Mit freundlichen Grüßen aus der Glücksburger Strasse!

Petra + Mario“

Brief von Katja an den Bauausschuss

Sehr geehrter Herr XY / geehrte Frau XY,

im Moment beschäftigen sich viele in unserem Viertel mit dem geplanten Teilabriss des Bunkers und Wiederbebauung des Grundstückes Eimsbütteler Str. 135, so auch ich.

Meine Situation ist durch direkte Nachbarschaft (Wand an Wand) allerdings noch etwas dramatischer als die der meisten Nachbarn. Ich möchte betonen, dass ich NICHT gegen die Bebauung bin! Ich werde zwar während der Bauphase eine massive Beeinträchtigung meiner Lebenssituation erleiden, aber das ist ja zeitlich begrenzt und ich finde Wohnungsbau so wichtig, daß das zu ertragen sein wird.

Allerdings habe ich Sorge, daß die Größe der meisten geplanten 1-Zimmer-Appartements von 22-23 qm dafür steht, daß ein Boarding-House für Kurzzeitmieter entstehen wird. Da der Investor schon Erfahrung auf diesem Gebiet hat und bestimmt auf Gewinnmaximierung setzt, denke ich nicht, daß ein Studentenwohnheim entstehen wird.

Das Viertel hat bisher eine gute Stimmung und einen guten Zusammenhalt, wir möchten gern mehr Nachbarn – aber solche, die länger hier bleiben und mit uns leben. Siebzig Wochenendpendler oder Kurzzeitmieter werden sich nicht am Gemeinschaftsleben beteiligen.

Das Wohnen soll erschwinglich bleiben. Die Miet- und Kaufpreise solcher Objekte sind deutlich über normalen m²-Preisen und dadurch wird sich der Mietspiegel ungut verändern und eine andere Eigentümerklientel angesprochen, so dass auch die bisher okayen Eigentumspreise anziehen werden. (Als Eigentümerin bin ich also ausdrücklich gegen eine Wertsteigerung meiner Wohnung durch Spekulation!)

Außerdem wird sich bei über 70 Wohnungen die sowieso schon angespannte Parkplatzsituation zum Chaos wenden. Eine weitere Frage ist, wo die Glascontainer hinsollen, die bisher vor dem Bunker stehen.

Und nun zu meinem größten Sorgepunkt:

Durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper fürchte ich eine völlig verschattete Wohnung und Garten. Gleichzeitig habe ich eine neue Front aus etwa 20 Fenstern/Balkonen vor mir. Als Anbau des Bunkers steht bisher eine eingeschossige Hütte die man kaum sieht – die neue Situation würde massiv in das Grundstück ragen und für mich und meine Nachbarn eine drastische Verschlechterung bedeuten.

Der entstehende Lärm bei insgesamt etwa 40 Balkonen, die in den dann sehr engen Hinterhof ragen, wird heftig werden und bei der erwarteten Klientel wird das kein Kinderjubel sein sondern eher abendliche Belastung.

Bitte stimmen Sie am 14., November 2017 im Bauausschuss gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und insbesondere gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper.

Mit freundlichen Grüßen

Katja