Was halten Sie denn davon? 12 Fragen an die Grünen Altona

Hallo Frau Boehlich, hallo Fraktion Grüne Altona,
nachdem der Tagesordnungspunkt Bunker Eimsbütteler Straße 135 gestern aus dem Programm des Bauausschusses gestrichen wurde,
und wir von den „NachbarInnen für nachhaltige Nachbarschaft“ von Ihnen noch so gar keine Rückmeldung zu unseren Sorgen und Bedenken bezüglich der Neubebauung des Grundstückes Eimsbütteler Straße 135 mit 72 Microwohnungen bekommen haben, wollte ich doch nochmal nachfragen: Was halten Sie denn davon?

  1. Was halten Sie denn davon, dass die meisten der geplanten 1-Zimmer-Appartements unter 22 m² „klein“ werden?
  2. Was halten Sie denn davon, dass Familien, Paare und Singles keine Chance auf eine lebenswerte Wohnung in dem Neubau haben? Auch Singles wohnen gerne in 2-Zimmer Wohnungen und schlafen nicht gerne in Küche/Wohnbereich, oder würden Sie, wenn Sie in der Situation wären, freiwillig für ein 22 m² Wohnklo eine horrende Miete bezahlen?
  3. Was halten Sie denn davon, dass der Innenhof massiv verbaut wird, so dass kaum Platz mehr zu den Nachbarhäusern besteht und die direkten Nachbarn mit 44 Balkonen auf engstem Raum konfrontiert werden, daher mit einem stark ansteigenden Lärmpegel rechnen müssen?
  4. Was halten Sie denn davon, dass der Drittelmix, der mit dem Investor Eduard Reidel nur für die den Bebauungsplan übersteigenden Stockwerke 5 und 6 ausgehandelt werden soll, also nur für 8 von 72 Wohnungen gilt?
  5. Was halten Sie denn davon, dass „gedämpfte Miete“ nur für 10 Jahre vereinbart wird, und der Investor danach verlangen kann, was er will?
  6. Was halten Sie denn davon, dass hier eventuell ein „Boardinghouse“ für Wochenendpendler/innen gebaut wird, das Hamburger/innen, welche dringend Wohnungen suchen, rein gar nichts bringt? Gewinner kann hier nur der Investor sein, was halten Sie denn davon?
  7. Was halten Sie denn davon, dass hier eventuell ein Studentenwohnheim entsteht, bei dem die Miete der möblierten Appartements um die 30 EUR/m² liegen könnte, wie in den STUART Student Apartments in Ottensen, Am Felde, was sich kein/e Student/in ohne reiche Eltern leisten kann? Sollen hier nur die wohlhabenden Kinder studieren können? Wird das gefördert?
  8. Was halten Sie denn davon, dass hier zukünftig noch mehr Autos und Fahrräder um nicht vorhandene Parkplätze kämpfen müssen, und kommen Sie mir bitte nicht mit dem Argument, es wird ein Studentenwohnheim, die haben alle kein Auto … Wenn sich jemand ein so teures Studentenappartement leisten kann, dann kann der sich auch ein Auto leisten bzw. hat es längst geschenkt bekommen.
  9. Was halten Sie denn davon, dass hier die Mieten extrem steigen werden und der Mietenspiegel dadurch noch mehr in die Höhe getrieben wird?
  10. Was halten Sie denn von Ihrer sozialen Verantwortung den Hamburger Bürger/innen gegenüber? Oder ist Ihnen das Investorenglück wichtiger und Sie würden Microwohnungen zur Maxirentite lieber fördern?
  11. Was halten Sie denn von schmutzigen Deals, wie 8 mickerige, sozial geförderte Wohnungen (mit auf schlappe 10 Jahre begrenzten gedämpften Mieten) im Tausch gegen die Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes, damit insgesamt 72 Micro-Wohnungen gebaut werden können zur Gewinnmaximierung des Investors?
  12. Wollen Sie nicht auch mehr? Mehr sozialen Wohnungsbau? Mehr bezahlbare Wohnungen für Familien? Mehr bezahlbare Wohnungen für Paare? Mehr bezahlbare Wohnungen für Singles, die auch lebenswert sind? Was halten Sie denn davon?

Ich würde mich sehr über ein ehrliches Statement Ihrer Fraktion zu meinen 12 Punkten freuen.
Meine Nachbar/innen und ich haben Ihnen so viele Mails geschrieben und nicht eine wurde beantwortet oder mit einer kleinen Rückmeldung bedacht.
Ich nehme Ihre Rückmeldungen auch gerne in unseren Blog nanana.blogsport.de auf.

Mit freundlichen Grüßen
Katrin