Nicht nur Rücksicht auf die Wünsche des Investors

Auch Helge hat zum Bauvorhaben im Bunker Eimsütteler Str. 135 die Politik angeschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wohne in der Eimsbütteler Str. xyz im EG. Meine Wohnung liegt direkt an der Grundstücksgrenze, ich bin daher unmittelbar von dem Bauvorhaben betroffen.

Wie mir bekannt ist, wird wohl zeitnah entschieden ob den Anträgen des Investors auf Befreiung des zurzeit geltenden Baurechts stattgegeben wird:
Überschreitung der sonst üblichen viergeschossigen Bauweise im Viertel
Abweichung von der geschlossenen Bauweise im Bereich des Staffelgeschosses, also Aufweichung der Grundstücksgrenze nach hinten
Möglichkeit der mehrfach gestaffelten Bauweise, dadurch erhebliche Verdichtung des Innenhofs
Durch dieses Bauvorhaben wird meines Erachtens der finanzielle und qualitative Wert der unmittelbar angrenzenden Wohnungen (die im unteren Bereich liegenden Wohnungen erheblich) gemindert.

Dazu stelle ich mir folgende Fragen:
Was würde das für die unmittelbar betroffenen Parteien bedeuten? (und im Weiteren für das Wohnquartier)
Was genau würden Sie an meiner Stelle machen? Zurzeit bliebe mir ja nur die Möglichkeit einer Klage wegen langfristiger Wertminderung meiner Immobilie.
Im Gegensatz zu der positiven Darstellung des Investors (u.a. Wertsteigerung des Eigentums) stehe ich dem mit folgenden Punkten kritisch gegenüber:

Durch die gestaffelte Bauweise und damit Bebauung des Innenhofes bis zur Grenze des Erlaubten stellt es weder für mich noch für die neuen Nachbarn eine erhöhte Wohnqualität dar.
Da die geplante Bebauung des ohnehin schon engen Innenhofes den Lichteinfall erheblich reduzieren wird, führt die Verschattung der angrenzenden unteren Wohnungen dann zu einem schlechteren Wohnklima, ausgelöst durch reduzierte Sonneneinstrahlung und verminderte Luftzirkulation. Das Ergebnis wäre mE eine kellerähnliche Wohnqualität (dunkel und feucht).
Die überdurchschnittlich vielen Wohnungen werden mit Sicherheit auch zu einem erhöhten Lärmpegel führen sowie die schon vorhandene Parkplatznot in den angrenzenden Straßen noch verstärken.
Mir klingt das Wort Mietpreisbremse noch sehr in den Ohren.. wo genau wird die hier angesetzt? Ich höre von Quadratmeterpreisen von 22-28 €. Die Möblierungen der Wohnungen hebeln die „Bremse“ hier meines Wissens aus. Wie würde so eine Ausstattung aussehen damit man in den Bereich „Möblierung“ kommt?

Geht es den Beteiligten um den Erhalt des Mietenspiegels und sollen dem Investor trotzdem am Ende Gewinne ermöglicht werden, so wäre dies ja bestimmt machbar, würde jedoch länger dauern. Ich habe aber das Gefühl, dass hier möglichst schnell möglichst viel Gewinn erwirtschaftet werden soll und das macht mir Sorgen für die Zukunft unseres Wohnviertels.

Ich wünsche mir hier sehr einen offenen Austausch um gemeinsame Lösungen zu finden, da eine grundsätzliche Schaffung von Wohnraum auch in diesem Viertel sehr zu begrüßen ist, das möchte ich hier ausdrücklich betonen. Aber bitte mit Rücksicht auf die durchmischte Struktur (Singles, Familien, SeniorInnen) und nicht nur mit Rücksicht auf die Wünsche des Investors. Ich möchte Sie bitten, diesem Antrag nicht zuzustimmen.