Archiv für Oktober 2017

Das kann angesichts der Wohnsituation in Hamburg nicht gewollt sein!

E-Mail von Katrin an alle stimmberechtigten Mitglieder des Bauausschusses Altona und die Fraktionen der Bezirksversammlung Altona:

Sehr geehrte/r Frau/Herr xy,
ich schreibe Ihnen als Mitglied im Bauausschuss Altona im Namen einiger Nachbarinnen und Nachbarn der Eimsbütteler Straße und der Glücksburger Straße.

Auf dem Bunker-Grundstück Eimsbütteler Straße 135 soll ein Gebäude mit 72 Microwohnungen gebaut werden. Die Größe der 1-Zimmer-Appartements beträgt bei den meisten 22-25 qm. Die Wohnungsgrößen lassen befürchten, dass hier ein „Boarding-House“ entsteht, welches Firmen für ihre Mitarbeiter/innen nutzen, die über eine bestimmte Zeit in Hamburg arbeiten.

Die Kauf- und Mietpreise dieser Häuser stehen in keinem Verhältnis zu den ortsüblichen Preisen, ganz im Gegenteil, sie werden den Mietenspiegel deutlich anheben.

Das kann angesichts der Wohnsituation in Hamburg nicht gewollt sein!
Wir brauchen bezahlbare Wohnungen für Familien, Singles, Paare, für Jung und Alt.
Wohnraum ist kein Spekulationsgut.
Denken Sie bitte an Ihre Verantwortung den Hamburger Bürgerinnen und Bürgern gegenüber.

Die Anwohner/innen der umliegenden Straßen befürchten des weiteren eine sehr viel größere Belastung durch noch mehr Autos und Parkplatzsuchende.
Auch für Fahrräder gibt es jetzt schon viel zu wenig Stellplätze.
Die Verkehrssituation ist also jetzt schon äußerst angespannt.

Die direkt betroffenen Nachbar/innen der Eimsbütteler Straße 127, 127a, 129 und 137 und der Glücksburger Straße 3 und 5 sehen sich durch die Überbauung auf faktisch 7 Geschosse (6 Geschosse + Staffelgeschoss) und des im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörpers einer sehr viel größeren Lärmbelastung im Innenhof ausgesetzt.

Bitte stimmen Sie gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich
mehrfach gestaffelten Baukörper.

Mit freundlichen Grüßen

Altonaer Fahrraddemo

Einladung vom Altonaer Manifest zum Mitfahren am 21. Oktober 2017:

Für echte Bürgerbeteiligung – gegen die Willkür der Senats- und Bezirkspolitik
Für moderate, sozialverträgliche Bebauung – gegen Gentrifizierung und Verdichtungswahn.

Fahrraddemo: Stadt geht auch anders!

Was passiert zurzeit in Altona?

  • Am Spritzenplatz wurde das erfolgreiche Bürgerbegehren der Ini SPRITZENPLATZ BLEIBT – UNSER PLATZ AN DER SONNE gegen eine höhere und kompaktere Bebauung von der Bezirksversammlung übernommen. Jetzt wird allerdings versucht, es über eine sog. „Planwerkstatt“ wieder aufzuweichen.
  • Die Anwohner*inneninitiative BAHRIO 68 wehrt sich gegen die fünfgeschossige Bebauung des Innenhofs zwischen Stresemannstraße, Leverkusenstraße, Schützenstrasse und Ruhrstraße. Ein bereits eingeleitetes Bürgerbegehren wurde durch Intervention des Senats für unzulässig erklärt.
  • Die Anwohner*inneninitiative OTTE60 hatte sich am Runden Tisch mit der Politik auf eine Begrenzung der Baumasse und -höhe verständigt. Plötzlich soll das alles nicht mehr gelten und der Innenhof zwischen Friedensallee, Große Brunnenstraße und Hohenzollernring soll fast doppelt so dicht wie vereinbart bebaut werden.
  • Rot-Grün will den Oevelgönner Elbstrand mit einem bis zu 6 m breiten Rad-Gehweg bebauen. ELBSTRAND RETTEN! startete dagegen ein Bürgerbegehren und sammelte in 4 Wochen 13.000 Unterschriften – mehr als doppelt so viel als nötig. SPD und GRÜNE beschlossen trotzdem einen doppelten Bürgerentscheid, an dem auch eine Pro-Radweg-Initiative teilnimmt, obwohl sie keine Unterschriften eingereicht hat.
  • Gegen jede Vernunft soll der Fernbahnhof Altona geschlossen und durch einen teuren Neubau am Friedhof Diebsteich ersetzt werden –„aus wirtschaftlichen Gründen“. Die unbestrittenen Nachteile müssen die Bürger tragen. Die Initiative PRELLBOCK ALTONA kämpft dafür, dass unser Bahnhof dort bleibt, wo er ist.
  • Am Diebsteich und in Langenfelde bedroht die geplante Bahnhofsverlegung funktionierende innerstädtische Ökosysteme, Grünflächen und Kleingärten. Der Baustellenverkehr würde das Quartier extrem belasten. Die Initiative LANGENFELDER SIGNAL will die Irrsinnspläne stoppen.
  • Am Volkspark und am Rande von Ottensen will der Senat mehr als 500 Kleingärten (27 ha) verkaufen. Die Initiative APFELBAUM BRAUCHT WURZELRAUM startete ein erfolgreiches Bürgerbegehren. Der Senat kassierte es, die Gärten werden „Verwertungsflächen“.

Wir fordern:

Licht, Luft und Lebensqualität – für alle und bezahlbar!

Stadtentwicklung muss von den Bewohner*innen bestimmt werden – Bürgerwille muss verbindlich sein !

Altona gehört uns allen – nicht den Investoren und ihren willigen Vollstreckern in Bezirkspolitik und Senat !

Für die „Verdichtung“ der Stadt werden Grün- und Sportflächen, Innenhöfe und Naherholungsgebiete geopfert – ausgerechnet in den Stadtteilen, die schon jetzt am dichtesten bebaut und besiedelt sind. Licht und Luft zwischen den Häusern gehen verloren, die Lebensqualität bleibt auf der Strecke. Unser Altona verliert immer mehr an Gesicht. Kleine Gemüseläden und alt eingesessene Kneipen wie Blaues Haus, Insbeth oder Sotiris müssen weichen, hochpreisige Boutiquen, teure Cafés und Ketten treten an ihre Stelle. Senat und Bezirksamt vollziehen nur noch Investoren-Interessen. Der Bürgerwille wird mit Füssen getreten.

Unter Mitwirkung von: Altonaer Manifest • Apfelbaum braucht Wurzelraum • anna elbe • Bahrio68 • Elbstrand retten! • Otte60 • Prellbock Altona • Langenfelder Signal • Spritzenplatz bleibt! • Pro Wohnen Ottensen und weiteren Unterstützern

Flugblatt mit Route als PDF | zur Pressemeldung

Microwohnungen für Maxirendite

Auf dem Bunkergrundstück in der Eimsbütteler Straße 135 ist der Teilabriß des Bunkers (nur die Seitenwände bleiben stehen) seit März 2017 genehmigt.

Im Bauamt liegen die Baupläne zur Einsicht über den geplanten Neubau: 72 Micro-Appartements, die meisten der geplanten 1-Zimmer-Wohnungen sind kleiner als 25 m².

Der Investor ist Eduard Reidel, Geschäftsführer der „RHH Eimsbütteler Straße GmbH“.

Da in unserem Viertel Altona-Nord nach altem Planrecht eine Bebauungsfestsetzung „W 4 g“ vorgeschrieben ist, also Zahl der Vollgeschosse = „4″ und die Art der Bauweise = „geschlossen“, liegt dem Bauausschuss Altona ein Antrag zur „Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes“ vor, mit drei Punkten:

  1. Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse um 2 Vollgeschoss auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss.
  2. Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der geschlossen Bauweise im Bereich des Staffelgeschosses.
  3. Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper.

Punkt 1) bedeutet, dass 6 Stockwerke plus Staffelgeschoss gebaut werden sollen.=> Abschattung der Wohnungen im Bereich Eimsbütteler Straße 127, 127a, 129, 137 und Glücksburger Straße 3 und 5.
Punkt 2) bedeutet, dass das Staffelgeschoss zur Gründstücksgrenze nach innen verspringt.
Punkt 3) bedeutet, dass in den Innenhof mehrfach gestaffelt gebaut werden soll.=> Verdichtung des Innenhofes. => Anhebung des Lärmpegels durch 40 Balkone im rückwärtigen Bereich.

Nutzungszweck: unbekannt
Studentenwohnungen? Boardinghouse?
Billig wird es jedenfalls nicht! Hier werden Microwohnungen für Maxirendite entstehen.

Was das für den Mietenspiegel bedeutet, kann sich jede/r vorstellen.

Bauausschuss Altona tagt

Der Bauausschuss Altona tagt Dienstag, 10. Oktober 2017.

Der Bauausschuss Altona hat die Abstimmung über die Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes auf 14. November 2017 vertagt, es besteht noch Gesprächsbedarf bei den Parteien.
=> Gut für uns!