Unsere Aktivitäten scheinen zu wirken!

Auch die MOPO berichtet nun über die Pläne für den Bunker. Danach scheint der Bauausschuss tatsächlich hart (und in unserem Sinne) mit dem Investor zu verhandeln. Investor Eduard Reidel bietet inzwischen zwar bei immerhin 24 Wohnung (statt bislang nur 13) eine Mietpreisbindung an, allerdings will er das nur für zehn Jahre tun, während die Politik 15 Jahre befürwortet. Das ist besser als nix, ist aber noch keine nachhaltige Wohnungsbaupolitik, die dauerhaft bezahlbare Wohnungen schafft.

Der Bauausschussvorsitzende Hielscher wird dahingehend zitiert, dass auch die geplante Überbauung des Hinterhofes nicht auf Zustimmung stößt: „Und es geht auch um die Tiefe des Gebäudes. Er (der Investor – d. V.) wird hier nachbessern müssen, womöglich muss er noch einmal an den Grundriss heran. Dann könnten aus zwei Mikrowohnungen eine ordentliche Zwei-Zimmer-Wohnung werden. – Quelle: https://www.mopo.de/28828518 ©2017″ – Also scheinen sich hier unsere Forderungen und die der Politik nicht zu widersprechen.

Ansonsten lässt Investor Reidel noch verkünden, er wolle gar nicht höher bauen, als die anliegenden Wohnungen. Wenn der uns bekannte Bauantrag noch aktuell ist, dann ist das gelogen. Die geplante Dachhöhe liegt dort ca. 1,5m über der Eimsbütteler Straße 129. Insgesamt wäre das allerdings weniger schlimm, als das Zubauen des Hinterhofes.

In Ihrem Wahlkreis herrscht gerade Unzufriedenheit!

Mario hat sich direkt an den Bundestagsabgeordneten für Altona Herrn Dr. Bartke gewendet:

Sehr geehrter Herr Dr. Bartke,

möglicherweise ist es Ihnen nicht entgangen, dass angesichts der Pläne, den Hochbunker in der Eimsbütteler Straße 135 in ein „Boardinghouse“ mit überteuerten Mikro-Appartments zu verwandeln, in Ihrem Wahlkreis gerade eine hohe Unzufriedenheit herrscht. Ich erlaube mir daher, mich (in Ergänzung zu meiner Mail vom 11.11.) noch einmal direkt an Sie zu wenden. Da Sie im Bundestagswahlkampf das Thema bezahlbaren Wohnraum ins Zentrum gerückt hatten, setzte ich eine große Hoffnung auf Ihren positiven Einfluss und Gestaltungsmacht – und ich weiß, dass es vielen meiner Nachbarn ähnlich geht.
Gern stelle ich noch einmal klar, dass gegen eine Umwandlung eines Bunkers in Wohnraum per se nichts einzuwenden ist. Ich befürchte allerdings, dass das geplante Vorhaben der falsche Weg ist. Anstatt hochpreisige Mikroappartments für pendelnde Geschäftsleute zu errichten – was überdies zu einem Anstieg des Mietenspiegels und mithin einer Mehrbelastung der gesamten Nachbarschaft führen würde – sollte über den Bau „normal dimensionierter“, familiengeeigneter Wohnungen nachgedacht werden. Überdies sollte von einer weiteren Versiegelung des ohnehin beengten Innenhofs (Lichtmangel!) Abstand genommen werden. Wäre es unter diesem Gesichtspunkt nicht sinnvoll, das Vorhaben noch einmal neu zu verhandeln und den gemeinnützigen Gedanken, z.B. durch Einbindung von Genossenschaften, stärker in den Vordergrund zu stellen?
Sodann hörte ich zu meiner großen Überraschung, dass der in Hamburg praktizierte „Drittelmix“ seit einem Jahr faktisch aufgehoben sei bzw. nur noch für „zusätzliche“, über den Bebauungsplan hinausgehende Wohneinheiten gelte – ohne dass dies offiziell publik gemacht bzw. auf einer breiten gesellschaftlichen Basis diskutiert worden sei. (Ganz abgesehen von der Tatsache, dass es selbst bei den geförderten Wohnungen nach Auslauf der Bindung – siehe Lenzsiedlung – immer wieder zu nicht hinnehmbaren Verwerfungen kommt). Sollte dies den Tatsachen entsprechen, wäre dies m.E. ein sozialpolitischer Skandal, der dem leidigen Thema „Politikverdrossenheit“ weiteren Vorschub leisten würde. Wohnraum ist kein Spekulationsgut!
Abschließend möchte ich auch die Stichworte „Kappungsgrenze“ und „Neuvermietungspraxis“ nicht unerwähnt lassen. Ein Arbeitnehmer, der eine neue Stelle antritt, erhält i.d.R. weniger Gehalt als sein Vorgänger. Schließt er jedoch einen neuen Mietvertrag ab, zahlt er mit größter Selbstverständlichkeit mehr. Wie ist dies aus sozialpolitischer Sicht zu erklären? Welche Rechtfertigung gibt es, dass ein Vermieter alle drei Jahre die Miete um 15% anheben darf, wo doch die Gehaltsentwicklung nicht im Ansatz dieser Tendenz entspricht? Man stelle sich die Situation einmal umgekehrt vor: In einem gesunden Unternehmen, in dem überdies sozialer Frieden herrscht, verlangt die Belegschaft alle drei Jahre eine 15-prozentige Gehaltserhöhung (welcher der Vorstand ironischerweise durch eine freiwillige Unterschrift noch zustimmen darf – denn dies ist auf dem Wohnungsmarkt derzeitige Praxis) – hier würden vermutlich die meisten Menschen kein Verständnis aufbringen.

Sehr geehrter Herr Dr. Bartke, ich möchte Sie und Ihre Parteikollegen hiermit herzlich bitten, zu den genannten Themen
1.) Neugestaltung der Einheit Eimsbütteler Straße 135 im Sinne einer sozial gerechten und nachhaltigen Quartiersentwicklung
2.) Praktizierung bzw. Wiedereinführung eines Drittelmixes, der seinen Namen verdient
3.) Neuvermietung und Kappungsgrenze
Stellung zu beziehen sowie zu erläutern, welche Schritte die Sozialdemokratie auf ihrem traditionellen Feld der sozialen Gerechtigkeit hier bereits plant bzw. zu gehen bereit ist.

Mit besten Grüßen aus der Nachbarschaft
Mario

Was sagt die FDP zum Bauprojekt?

Auch wenn die FDP nicht jedem einzeln auf die ‚Bürger-Mails‘ geantwortet hat ist sie von Anfang an mit dabei. Schon seit dem ersten Termin des Bauausschusses stehen wir mit Herrn Flemming in Kontakt. Sein letztes Schreiben möchte er hier für alle veröffentlichen:

Liebe Frau (…),

gerne nehme ich noch einmal Stellung zum Thema Bunker in der Eimsbüttler Straße. Zunächst einmal haben Sie wahrscheinlich bereits gehört, dass der Punkt nur informatorisch im Bauauschuss behandelt wurde. Eine Vorlage des Amtes war wegen bestehender Uneinigkeit mit dem Bauherrn noch nicht möglich. Es bleibt daher noch Zeit mit Ihnen und Ihren Nachbarn im Gespräch zu bleiben. Die Vielzahl an Eingaben war in jedem Fall hilfreich für die Diskussion mit dem Amt und dem Bauherren.
Der Bauherr hat das Grundstück erworben. Beim Erwerb wurden ihm keine außergewöhnlichen Auflagen gemacht. Die politische Mehrheit in der Stadt schwimmt im Augenblick auf der Welle der Mikrowohnungen. Unter anderem natürlich auch, weil sich dadurch die zahlenmäßigen Vorgaben des Senats in Bezug auf den Wohnungsbau leichter realisieren lassen. Das Hauptbedenken gegen das Vorhaben liegt in der noch fehlenden Bereitschaft wenigstens teilweise Mieten entsprechend den Vorgaben aus dem Förderprogramm, sprich Sozialwohnungen, in ausreichendem Umfang zuzusagen. Verhindern läßt sich der Bau jedoch letztlich nur, wenn der Bauherr nicht auf die bisher gewünschten Befreiungen verzichtet. Am geltenden Baurecht kommt der Bezirk nicht vorbei.

Wie ich Ihnen am Telefon bereits gesagt habe, ist unser Verständnis für die nachbarschaftlichen Bedenken in dem Quartier vorhanden. Der geplante Bau mit der geplanten Belegung wirkt wie ein Fremdkörper. Grundlage für die endgültige Entscheidung des Amtes und des Bauausschusses ist vor allem das Baurecht. Die von mir vorgeschlagenen Behandlung des Vorhabens im Planungsausschuss wurde von den anderen Fraktionen überwiegend nicht unterstützt. Der wesentliche Grund dafür ist, dass auch der Planungsausschuss nicht am Baurecht vorbei kann. Die Frage der nicht angebotenen Stellplätze entspricht der von der SPD geschaffenen rechtlichen Situation. Eine Auswirkung auf den Mietenspiegel ist denkbar. Eine Begründung für eine Verhinderung des Baus kann darin jedoch nicht liegen. Sonst müßte die gesamt Bautätigkeit für Wohnungen eingestellt werden.

Für ein Gespräch mit Ihnen und auch weiteren Quartiersbewohnern steht die FDP gern zur Verfügung. Manchmal ergibt sich aus dem direkten Austausch doch noch eine förderliche Perspektive.

Lorenz Flemming
Vorsitzender FDP Fraktion in der BV Altona

Bauarbeiter am Bunker

Miss Marple war wieder mit offenen Augen unterwegs:
Die Halteverbotsschilder vor dem Bunker, die gestern aufgestellt wurden, ließen sie wachsam sein. Die Aufschrift „Stadtreinigung“ konnte sie nicht einen Moment täuschen.

Und tatsächlich: Heute waren Männer in Arbeitswesten beim Bunker (u.a. der Firma Spie und ATS, Firmenwagen mit Kennzeichen aus Mecklenburg Vorpommern und Rendsburg), die vor dem Bunker gebuddelt und erkundet haben.
Auf Anfrage sagten sie, sie machen den Bunker stromlos, dafür mussten sie auf der Straße buddeln.

Danach wurde hinter dem Bunker ein Kasten abgebaut.

Dauerte insgesamt ca. 3 Stunden.

Investor gesichtet

Dieser aufmerksamen Nachbarschaft entgeht doch nichts!
Heute Vormittag wurde ein Mann gesichtet, der wie der Investor Eduard Reidel aussah, wie er in weiblicher Begleitung für längere Zeit in den Bunker ging. Ca.eine halbe Stunde später düsten sie in ihrem Mercedes mit Schweriner Kennzeichen wieder davon.

Holzauge sei wachsam!

Antwort von den Grünen auf 12 Fragen

Stellungnahme der Grünen-Altona auf meine 12 Fragen: „Was halten Sie denn davon …?“

Hallo Frau […],
danke für Ihre E-Mail.
Leider können wir Ihnen auf Ihre Fragen noch keine Antworten geben – die Verhandlungen werden weiterhin fortgesetzt. Derzeit rechnen wir mit mindestens 4 Wochen, bevor sie zum Abschluss kommen. Lassen Sie uns im Anschluss daran sprechen, dann wissen wir Genaueres!
Für heute freundliche Grüße
Gesche Boehlich
Fraktionsvorsitzende
Bündnis 90/Die GRÜNEN in Altona

Sieht nicht so aus, als ob meine 12 Fragen überhaupt gelesen wurden.
Es geht doch nicht in einer über den Stand der Verhandlungen mit dem Investor.
Es geht um ein Statement der Grünen-Altona zur aktuellen Wohnungsbaupolitik.

Da frage ich mich doch: „Haben die Grünen überhaupt eine eigene Meinung zur Wohnungsbaupolitik?

„Kunterbunker“ – BV Nord spricht sich für Bunker-Erhalt in städtischer Hand aus

„Der Hochbunker im Kuhnsweg 9 steht inmitten einer Zeile aus Gründerzeithäusern.“ [NDR 90,3, 08.06.2017] – kommt mir irgendwie bekannt vor. „Die Stadt Hamburg will in Winterhude einen Hochbunker vom Bund kaufen. Auf dem Grundstück soll die städtische Wohnungsbaugesellschaft SAGA in erster Linie Sozialwohnungen errichten. Der Kauf ist möglich, weil die Stadt ein sogenanntes Erstzugriffsrecht auf den Bunker hat.“ [selbe NDR-Meldung] – das ist mir neu.

Die Stadt hat also Erstzugriffsrecht auf Bunker, die im Besitz der BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) sind. Und dann spricht sich die Bezirksversammlung (BV) Hamburg-Nord im Juni 2016 auch noch für den Kauf und Erhalt des Bunkers durch die Stadt Hamburg aus, damit „der Bunker im Kuhnsweg nicht abgerissen wird, sondern die Möglichkeiten des Um-/ und Ausbaus genutzt werden, um in Winterhude Wohnraum zu schaffen, der bezahlbar ist, und Räume für kulturelle und soziale Nutzung zur Verfügung zu stellen.“ [Drucksache 20-3134 vom 14.6.2016 oder Drucksache 20-3159 vom 21.6.2016 der Bezirksversammlung Hamburg-Nord]

Ich frage mich: Wenn das in Hamburg-Nord geht, warum dann nicht auch in Altona-Nord?
Die Begründung der BV Hamburg-Nord (nachzulesen in oben genannter Drucksache – 20-3134) könnte fast eins-zu-eins für den Bunker in der Eimsbütteler Straße übernommen werden: „Es ist zu befürchten, dass der Bunker dann aus Gewinngründen abgerissen und durch teure Eigentumswohnungen ersetzt wird. Die hochpreisige Vermarktung der Eigentumswohnungen wären ein weiterer Beitrag zu den jetzt schon hohen Mieten in Winterhude. Nicht alle KäuferInnen bewohnen ihre Wohnungen selbst, sondern vermieten teuer, um die Kosten wieder reinzuholen. Diese gehen dann in den Mietenspiegel ein, der auf der Basis der neu vermieteten Wohnungen beruht.“

Die Initiative „Wir sind Winterhude“ (WsW) hat das Projekt Kunterbunker ins Leben gerufen und versucht mit kunterbunker Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

Was halten Sie denn davon? 12 Fragen an die Grünen Altona

Hallo Frau Boehlich, hallo Fraktion Grüne Altona,
nachdem der Tagesordnungspunkt Bunker Eimsbütteler Straße 135 gestern aus dem Programm des Bauausschusses gestrichen wurde,
und wir von den „NachbarInnen für nachhaltige Nachbarschaft“ von Ihnen noch so gar keine Rückmeldung zu unseren Sorgen und Bedenken bezüglich der Neubebauung des Grundstückes Eimsbütteler Straße 135 mit 72 Microwohnungen bekommen haben, wollte ich doch nochmal nachfragen: Was halten Sie denn davon?

  1. Was halten Sie denn davon, dass die meisten der geplanten 1-Zimmer-Appartements unter 22 m² „klein“ werden?
  2. Was halten Sie denn davon, dass Familien, Paare und Singles keine Chance auf eine lebenswerte Wohnung in dem Neubau haben? Auch Singles wohnen gerne in 2-Zimmer Wohnungen und schlafen nicht gerne in Küche/Wohnbereich, oder würden Sie, wenn Sie in der Situation wären, freiwillig für ein 22 m² Wohnklo eine horrende Miete bezahlen?
  3. Was halten Sie denn davon, dass der Innenhof massiv verbaut wird, so dass kaum Platz mehr zu den Nachbarhäusern besteht und die direkten Nachbarn mit 44 Balkonen auf engstem Raum konfrontiert werden, daher mit einem stark ansteigenden Lärmpegel rechnen müssen?
  4. Was halten Sie denn davon, dass der Drittelmix, der mit dem Investor Eduard Reidel nur für die den Bebauungsplan übersteigenden Stockwerke 5 und 6 ausgehandelt werden soll, also nur für 8 von 72 Wohnungen gilt?
  5. Was halten Sie denn davon, dass „gedämpfte Miete“ nur für 10 Jahre vereinbart wird, und der Investor danach verlangen kann, was er will?
  6. Was halten Sie denn davon, dass hier eventuell ein „Boardinghouse“ für Wochenendpendler/innen gebaut wird, das Hamburger/innen, welche dringend Wohnungen suchen, rein gar nichts bringt? Gewinner kann hier nur der Investor sein, was halten Sie denn davon?
  7. Was halten Sie denn davon, dass hier eventuell ein Studentenwohnheim entsteht, bei dem die Miete der möblierten Appartements um die 30 EUR/m² liegen könnte, wie in den STUART Student Apartments in Ottensen, Am Felde, was sich kein/e Student/in ohne reiche Eltern leisten kann? Sollen hier nur die wohlhabenden Kinder studieren können? Wird das gefördert?
  8. Was halten Sie denn davon, dass hier zukünftig noch mehr Autos und Fahrräder um nicht vorhandene Parkplätze kämpfen müssen, und kommen Sie mir bitte nicht mit dem Argument, es wird ein Studentenwohnheim, die haben alle kein Auto … Wenn sich jemand ein so teures Studentenappartement leisten kann, dann kann der sich auch ein Auto leisten bzw. hat es längst geschenkt bekommen.
  9. Was halten Sie denn davon, dass hier die Mieten extrem steigen werden und der Mietenspiegel dadurch noch mehr in die Höhe getrieben wird?
  10. Was halten Sie denn von Ihrer sozialen Verantwortung den Hamburger Bürger/innen gegenüber? Oder ist Ihnen das Investorenglück wichtiger und Sie würden Microwohnungen zur Maxirentite lieber fördern?
  11. Was halten Sie denn von schmutzigen Deals, wie 8 mickerige, sozial geförderte Wohnungen (mit auf schlappe 10 Jahre begrenzten gedämpften Mieten) im Tausch gegen die Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes, damit insgesamt 72 Micro-Wohnungen gebaut werden können zur Gewinnmaximierung des Investors?
  12. Wollen Sie nicht auch mehr? Mehr sozialen Wohnungsbau? Mehr bezahlbare Wohnungen für Familien? Mehr bezahlbare Wohnungen für Paare? Mehr bezahlbare Wohnungen für Singles, die auch lebenswert sind? Was halten Sie denn davon?

Ich würde mich sehr über ein ehrliches Statement Ihrer Fraktion zu meinen 12 Punkten freuen.
Meine Nachbar/innen und ich haben Ihnen so viele Mails geschrieben und nicht eine wurde beantwortet oder mit einer kleinen Rückmeldung bedacht.
Ich nehme Ihre Rückmeldungen auch gerne in unseren Blog nanana.blogsport.de auf.

Mit freundlichen Grüßen
Katrin

Keine Abstimmung im Bauausschuss

Heute tagte der Bauausschuss und stellt euch vor: Der Tagesordnungspunkt Bunker-Eimsbütteler Straße 135 wurde vom Programm genommen!

Das dürfte ein erster Erfolg unseres Protestes sein.

Das heißt noch nicht, dass der Antrag auf Befreiung vom Bebauungsplan vom Tisch ist,
das heißt nur, dass das Amt noch was prüfen muss.
Es heißt aber auch, dass ein paar Leute auf uns aufmerksam wurden und das Projekt einer Prüfung unterziehen,
und der Antrag nicht, wie sonst üblich, in 3 Sekunden per Handstreich weggefegt wurde.

Und das heißt: Wir machen weiter!

Es bestehen nun folgende Möglichkeiten:
- Der Bauausschuss tagt am 28.11. und stimmt dann ab.
- Der Antrag wird in andere Gremien übertragen, das könnte z.B. die Bezirksversammlung Altona sein.

Für einen bezahlbaren Wohnraum, der in das hiesige Viertel passt!

Während erste Rückmeldungen aus der Politik zeigen, dass wir wahrgenommen werden, freuen wir uns, dass sich nun auch Raimund an den Bauausschuss gewandt hat:

Sehr geehrte Damen und Herren vom Bauausschuss,

als Anwohner direkt gegenüber dem Bunker in der Eimsbütteler Str. 135 habe ich zu meinem Bedauern erst in den letzten Tagen aus der Nachbarschaft und zuletzt auch aus der Presse von den aktuell geplanten Baumaßnahmen erfahren. Gelinde gesagt bin ich etwas überrascht, dass ich als hiesiger Bürger dieses Viertels zuvor bislang von diesem Bauvorhaben nicht in Kenntnis gesetzt und informiert worden bin. An dieser Stelle hätte ich mir mehr bürgernahe Transparenz über das geplante Bauvorhaben gewünscht. Anmerken möchte ich, dass ich möglicherweise diesbezügliche Ankündigungen in der Tagespresse aber auch überlesen habe. Falls dies so zutreffen sollte, bitte ich mein diesbezüglich geäußertes Unbehagen zu entschuldigen.

Wenn ich richtig informiert worden bin, ist in der Eimsbütteler Str. 135 derzeit der Bau von 73 Mikrowohnungen größtenteils in der Größe von ca. 22 qm angedacht. Damit stellt sich die Frage, ob ein Bedarf solcher Wohnungen im hier gewachsenen Viertel in dieser Form überhaupt vorhanden ist. Es gehört meines Erachtens nicht viel Fantasie dazu, diese Frage zu beantworten.

Bei Durchführung des angedachten Bauvorhabens ist zu erwarten, dass die Mietpreise dieser Mikrowohnungen in keinem Verhältnis zu den bisherigen ortsüblichen Mieten stehen werden. Sehr wahrscheinlich werden die neuen Mieten zu einer Erhöhung des Mietenspiegels beitragen. Das kann angesichts der schon jetzt angespannten Wohnungsmarktsituation in Hamburg politisch nicht gewollt sein. Eine Vermietung der Wohnungen an Studenten wird bei den zu erwartenden Quadratmeterpreisen nicht realistisch sein.
Zu befürchten ist angesichts der derzeit geplanten Wohnungsgrößen, dass stattdessen Firmen diese Mikrowohnungen für ihre Mitarbeiter variierend nutzen werden, quasi als Boarding-House bzw. diese Wohnungen von Personen übergangsweise angemietet werden, die hier eigentlich gar nicht wohnen und ihren Lebensschwerpunkt haben wollen.

Die geplanten Mikrowohnungen passen nicht in diese Nachbarschaft und das hiesige Viertel.

Bei 73 neuen Wohnungen ist außerdem damit zu rechnen, dass die schon jetzt sehr problematische Parkplatzsituation sich weiter anspannen wird, auch weil nach meinem Kenntnisstand trotz geplantem Neubau keine neuen Parkplätze errichtet werden sollen.

Wir wünschen uns durch den Abriss des Bunkers stattdessen ein Wohnungsangebot für unseren Stadtteil, ein Angebot, dass hier auch wirklich her passt, ein Angebot für werdende Nachbarn, die hier längerfristig wohnen wollen und den Wohnraum auch bezahlen können, gemischt für Familien, ältere Menschen, etc.. Der Abriss des Bunkers soll zu einer Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität im Viertel beitragen. Dies setzt bezahlbare Wohnungen in variierenden Größen voraus.

Ich habe große Sorge, dass die Belange der hiesigen Bürger dabei nicht angemessen und adäquat berücksichtigt werden.

Ich appelliere deshalb an Ihre Verantwortung und an Ihr Gewissen als von uns Bürgern gewählte und im Bauausschuss tätige Person, Ihre Entscheidung nicht nur sorgfältig und gewissenhaft, sondern auch mit der dazu notwendigen und erforderlichen Zeit zu überdenken. Eine unmittelbare kurzfristige Befürwortung des aktuell geplanten Bauvorhabens schon am 14.11.2017 halte ich als betroffener Bewohner für verantwortungslos und Ihrer Rolle als Mitglied des Bauausschusses für unwürdig. Bitte beziehen Sie in Ihre Entscheidung auch die zweifelsohne berechtigten Sorgen und auch Anregungen besorgter Bürger für einen bezahlbaren Wohnraum, der in das hiesige Viertel passt, in Erwägung. Angesichts allgemeiner Übereinstimmung der vorhandenen Wohnungsknappheit ist eine sinnvolle und Bebauung des Bunkers unbestreitbar nachvollziehbar und vertretbar. Allerdings nicht als Fremdkörper mit möblierten Mikrowohnungen zu überhöhten Preisen oder als Boarding-House, damit ohne Zweifel ins hiesige Viertel nicht passend und dies möglicherweise nur einer maximalen Profitabilität geschuldet.

Auch mit größeren und sozialverträglichen Wohnungen auf dem vom Bunker selbst belegten Areal sollte das Objekt für einen Investor interessant sein!

Ich bitte Sie deshalb freundlich, am 14.11.2017 im Bauausschuss Ihrer städtebaulichen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Überschreiten der Zahl der Vollgeschosse auf 6 Vollgeschosse + Staffelgeschoss und gegen eine Befreiung von den Festsetzungen des Baustufenplanes für das Abweichen von der festgesetzten geschlossen Bauweise durch den im rückwärtigen Bereich mehrfach gestaffelten Baukörper zu stimmen.

Über eine Mitteilung Ihrerseits über Ihre Entscheidung im Bauausschuss am 14.11.2017 und die diesbezüglichen weiteren Bauplanungen wäre ich Ihnen sehr zu Dank verbunden.

Mit freundlichen Grüßen



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